"Kleine und große Geschenke für US-Imperialisten" - Nordkorea testet erste Interkontinentalrakete

"Kleine und große Geschenke für US-Imperialisten" - Nordkorea testet erste Interkontinentalrakete
Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un hat den "US-Imperialisten" neue "Geschenke" versprochen. Der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge wohnte Kim am Dienstag einem erfolgreichen Start einer Interkontinentalrakete bei, der im Westen für Unruhe sorgte.

Der Präsident von Nordkorea lobte die Leistung seiner Raketenwissenschaftler und begrüßte, dass der erfolgreiche Test einer Interkontinentalrakete seines Landes mit dem Unabhängigkeitstag der USA zusammenfiel. Kim Jong-un versprach, dass sein Land den USA "viele große und kleine Geschenkpakete" schicken werde, so dass sie "nicht müde werden", zitierte die Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch.

Der Bericht fügte hinzu, dass der Staatschef über die neuesten Ergänzungen im nordkoreanischen Militärarsenal erfreut ist. Vor dem Raketentest sagte Kim Jong-un, dass sich das Land in der letzten Phase in einem "langwierigen Showdown mit den US-Imperialisten" befinde.

Am Dienstagmorgen behauptete Pjöngjang, dass das Land seine erste Interkontinentalrakete getestet habe. Der Test der Hwasong-14-Rakete sei erfolgreich gewesen, heißt es. Laut nordkoreanischen Medien ist diese Rakete in der Lage, einen "großen und schweren nuklearen Sprengkopf zu tragen". Hwasong-14 habe die Fähigkeit, auch US-amerikanisches Festland zu erreichen, was als "weiterer brillanter Sieg des koreanischen Volkes im Kampf gegen den US-geführten Imperialismus" gefeiert wurde.

US-Armee änderte im Laufe des Tages ihre Einschätzung

Nach dem Start äußerte die politische Führung in Pjöngjang, dass die Rakete Hwasong-14 eine Strecke von 933 Kilometer in 39 Minuten zurückgelegt habe. Die Rakete flog in einer Durchschnittshöhe von 2.802 Kilometern, sagte das Staatsfernsehen.

Über die tatsächliche Reichweite der getesteten ballistischen Rakete gibt es unterdessen unterschiedliche Aussagen. Das US-Militär sagte zunächst, dass es sich um eine Mittelstreckenrakete handelte. Diese fiel nach 930 Kilometern und einer Flugzeit von 37 Minuten in das Japanische Meer.

Im weiteren Verlauf des Tages änderte Washington jedoch seine Einschätzung. Das Geschoss bestand aus zwei Teilen und könnte deshalb als Interkontinentalrakete eingestuft werden, hieß es fortan. Auch die Armee von Südkorea bestätigte, dass sein nördlicher Nachbar eine Interkontinentalrakete getestet habe.

Am Dienstag hieß es aus dem russischen Verteidigungsministerium, dass Nordkorea eine Zwischenbereichsrakete abfeuerte, die sich zwischen einer Mittel- und Interkontinentalrakete einordne.

Interkontinentalrakete könnte US-Territorium erreichen

Taiwanesische Soldaten transportieren eine Rakete mit dem Namen

Der Raketentyp bestimmt die Distanz, die das Geschoss abdecken kann. Dabei steht im Falle Nordkoreas die Frage im Fokus, ob Pjöngjang die USA ins Visier nehmen kann. Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un betrachtet die Vereinigten Staaten als größte nationale Gefahr. Washington nimmt Nordkorea als Bedrohung für die Region und seine Verbündeten wahr.

Sollte Pjöngjang in der Lage sein, erfolgreich eine Interkontinentalrakete abzuschießen, bedeutet das, dass Nordkorea im Falle eines Krieges die USA direkt mit Nuklearwaffen angreifen könnte. Die Reichweite einer Interkontinentalrakete liegt bei 5.000 Kilometern. Mittelstreckenraketen haben in der Regel eine weit geringere Reichweite und stellen somit keine Gefahr für die USA dar.