"Globale Bedrohung ": USA reagieren mit Raketenabschuss auf nordkoreanischen Raketentest

"Globale Bedrohung ": USA reagieren mit Raketenabschuss auf nordkoreanischen Raketentest
Amm Mittwoch testeten die Streitkräfte Südkoreas und der USA das taktische Raketensystem Hyunmoo-II.
Auf den erfolgreichen Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea reagierten die USA und Südkorea mit einer gemeinsamen Raketenübung. Washington kündigte „härtere Maßnahmen“ gegen Nordkorea an und beantragte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates.

Einen Tag nach dem nordkoreanischen Test einer ballistischen Interkontinentalrakete haben Streitkräfte der USA und Südkorea demonstrativ mit einer gemeinsamen Raketenübung ihre nach eigenen Angaben „präzise Feuerkraft“ demonstriert. Laut dem US-Militärs wurden bei dem Manöver ein taktisches Raketensystem des US-Heeres und Südkoreas Hyunmoo-II-System benutzt. Raketen seien vor der südkoreanischen Ostküste ins Meer gefeuert worden. Das US-Militär, das auch Videos von der Übung verbreitete, sprach von einer Antwort auf Nordkoreas „destabilisierendes und ungesetzliches“ Verhalten.

Nordkorea hatte zuvor erstmals erfolgreich eine Interkontinentalrakete (ICBM) abgefeuert. Pjöngjang hat damit nach eigenen Angaben eine entscheidende Stufe im Konflikt mit den USA erreicht: Die am Dienstag – pünktlich zum „Independence Day“ in den USA – abgefeuerte Rakete könne einen „großen und schweren Atomsprengkopf“ befördern. Das „langwierige Kräftemessen mit den US-Imperialisten hat seine Endphase erreicht“, zitierten Staatsmedien am Mittwoch den Staatschef Kim Jong Un.

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Washington war zunächst von einer landgestützten Mittelstreckenrakete ausgegangen, die Nordkorea abgefeuert habe. Mittlerweile gehen die USA davon aus, dass Nordkorea tatsächlich wie behauptet eine Interkontinentalrakete getestet hat. Das geht aus einer schriftlichen Mitteilung von Außenminister Rex Tillerson hervor. Darin werden zugleich „härtere Maßnahmen“ angekündigt, um Nordkorea „zur Rechenschaft zu ziehen“.
Die USA verurteilten „Nordkoreas Start einer interkontinentalen ballistischen Rakete scharf“, erklärte Washingtons Chefdiplomat. Der Test einer solchen Rakete stelle „eine neue Eskalation der Bedrohung für die Vereinigten Staaten, unsere Verbündeten und Partner, die Region und die Welt dar“. Tillerson warnte:

Globales Handeln ist nötig, um eine globale Bedrohung zu stoppen. Jedes Land, das nordkoreanische Arbeiter zu Gast hat, jedwede wirtschaftlichen oder militärischen Wohltaten leistet oder die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates nicht voll umsetzt, leistet einem gefährlichen Regime Beihilfe.

Die USA haben inzwischen eine Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat beantragt. Die Sitzung solle am Mittwochnachmittag in New York stattfinden, teilte der Sprecher der UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, am Dienstag mit. Haley habe den chinesischen UN-Botschafter Liu Jieyi um eine öffentliche Sitzung gebeten. China hat derzeit die monatlich wechselnde Präsidentschaft im höchsten UN-Gremium. Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres den Raketentest Nordkoreas als eine weitere „dreiste Verletzung“ von UN-Sanktionen und als „gefährliche Eskalation“ angeprangert. (rt deutsch/dpa)

Nordkoreas staatliche Medien veröffentlichten ein Foto der Interkontinentalrakete Hwasong-14, die am Dienstag erfolgreich getestet wurde.