Wie im Thriller: Ehemalige südkoreanische Präsidentin Park plante Ermordung von Kim Jong-un

Wie im Thriller: Ehemalige südkoreanische Präsidentin Park plante Ermordung von Kim Jong-un
Archivbild
Die südkoreanische Regierung soll geplant haben, den nordkoreanischen Führer zu töten. Sie habe erwogen, einen Unfall zu inszenieren oder einen Staatsstreich durchführen zu lassen. Die neue südkoreanische Regierung habe aber die Pläne fallen lassen.

Die ehemalige südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye hat an Plänen gearbeitet, den nordkoreanischen Führer Kim Jong-un ermorden zu lassen. Dies berichtete die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" am Montag. Dabei stützt sie sich auf anonyme Quellen.

Park, die wegen eines Korruptionsskandals ihres Amtes entfernt wurde, unterschrieb im Jahr 2015 "Asahi Shimbun" zufolge ein Dokument, das einem „Führungswechsel“ in Nordkorea zustimmte. Die südkoreanischen Geheimdienste seien bereit gewesen, Operationen zur Umsetzung durchzuführen.

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Der Bericht hält fest, dass die Verschwörer erwogen, einen Unfall zu inszenieren, etwa einen Autounfall oder eine Zugentgleisung. Die Park-Regierung hatte auch in Betracht gezogen, einen Staatsstreich im Nachbarland durchzuführen.

Offenbar haben die militärischen Aktivitäten Nordkoreas, einschließlich seines Atomwaffenprogramms, die südkoreanische Regierung dazu bewegt, diesen Komplott auszuarbeiten, berichtet "Asahi Shimbun". Die Spannungen zwischen Seoul und Pjöngjang erreichten im August 2015 einen Höhepunkt. Beide Staaten beschossen sich gegenseitig, nachdem die nordkoreanische Armee ein Geschoss nahe der Grenzstadt Yeoncheon abgefeuert hatte.

Die Regierung des jetzigen Präsidenten Moon Jae-in habe jedoch die Pläne zur Ermordung des nordkoreanischen Führers nicht fortgeführt. Moon ist seit dem 10. Mai der Präsident Südkoreas. Das Verfassungsgericht des Landes hatte davor am 10. März seine Vorgängerin Park ihres Amtes enthoben.

Das nordkoreanische Ministerium für Staatssicherheit warf laut der Nachrichtenagentur AFP im Mai den südkoreanischen und US-amerikanischen Geheimdiensten vor, Kim Jon-un mit „biologischen Substanzen“ töten zu wollen.

Die Nachbarn Nordkoreas sind aufgrund dessen Raketen- und Atomwaffenprogramms seit langer Zeit beunruhigt. Pjöngjang hat seit Anfang 2016 dutzende Raketen- und zwei Atomwaffentests durchgeführt. Diese verstoßen gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Regelmäßig droht die nordkoreanische Führung, weitere Tests durchzuführen, wenn Japan, Südkorea oder die USA in der Region Flottenmanöver abhalten.

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Am 22. Juni soll Nordkorea Berichten zufolge einen weltraumgeeigneten Raketenmotor getestet haben, der auf Interkontinentalraketen (ICBM) installiert werden kann, die US-Beamten zufolge die US-amerikanische Westküste erreichen könnten.

Im April stationierten die Vereinigten Staaten ihr THAAD-Raketenabwehrsystem in Südkorea, um das Land vor seinem nördlichen Nachbar zu schützen. Die Stationierung löste heftige Proteste in Südkorea aus. Sie argumentieren, das THAAD-System könnte Pjöngjang als Vorwand dienen, das Land anzugreifen. Jedoch verzögerten die USA die Stationierung, da der neu gewählte Präsident, ein THAAD-Kritiker, zuerst eine Umweltbelastungsuntersuchung durchführen möchte. Diese könnte bis zu einem Jahr dauern.