Okinawa: Das Erbe des amerikanischen Vietnamkriegs nimmt den japanischen Kindern die Zukunft

Okinawa: Das Erbe des amerikanischen Vietnamkriegs nimmt den japanischen Kindern die Zukunft
Opfer von Agent Orange in Na Dang Stadt, Vietnam, 16. Juni 2011.
Bis heute bestreitet die US-Armee trotz Bildern und Folgeschäden, dass auf Okinawa gefährliche Substanzen aus dem Vietnam-Krieg lagern. Darunter offenbar auch das hoch toxische „Agent Orange“, welches für Fehlbildungen bei Kindern in Vietnam verantwortlich ist.

Im Jahr 1981 entdeckte Leutnant Kolonel Kris E.Roberts, damaliger Leiter der Futenma-Basis, dutzende Fässer mit gefährlichem Abfall. Einige darunter sollen das chemische Entlaubungsmittel „Agent Orange“ beinhaltet haben, welches die Amerikaner im Vietnamkrieg einsetzten. Dieses entlaubte die Wälder und machte Nutzpflanzen zu Nichte. Die Tarnung von Feinden wurde so erschwert und ihnen die Nahrungsversorgung genommen. Verteilt wurde es durch Flugkörper. Hunderttausende Bewohner erkrankten an den Folgen der chemischen Substanz, die mit TCDD Tetrachlordibenzodioxin verunreinigt war.

Das Gift schädigt ungeborene und bleibt sehr lange in der Umwelt bestehen.

Bis heute gibt es schwere Fehlbildungen bei Kindern in Vietnam. Im Jahr 2002 führte das Rote Kreuz gesundheitliche Schäden von 100.000 Kindern auf Agent Orange zurück.

Korallenriffe nahe der US-Basis Camp Schwab auf Okinawa; Japan, 29. Oktober 2015.

Nachdem Kris E.Roberts in Pension ging reichte er im Jahr 2015 Klage ein, denn er machte die nahe der Futenma-Basis gelagerten Vietnam-Substanzen für seine Gesundheitsprobleme verantwortlich. Er gewann den Fall rief aber auch die Behörden dazu auf unmittelbare japanische Anwohner der Basis untersuchen zu lassen. 

Das Pentagon aber vermied den Namen „Agent Orange“ bei dem Urteil zu nennen. Roberts fordert eine Aufklärung der Amerikaner und eine Bereinigung der tatsächlichen Lagerungen auf Okinawa. Im Jahr 1981 wurde er damit beauftragt hohe chemische Vorkommen im Abfallwasser nahe Ginowan zu untersuchen, eine Stadt, unweit Futenmas. Dabei kamen mehr als 100 Fässer zu Tage. Die Fässer wurden später an einen unbekannten Ort gebracht.

Ein Video der toxischen Mülldeponie auf Okinawa:

Manabu Sato, Professor für politische Studien an der Internationalen Okinawa Universität sieht das Problem in den Vertuschungsversuchen der Amerikaner und der japanischen Regierung:

Alle vorliegenden Daten im Bezug auf die Konterminierung müssen der Gemeinschaft Okinawas präsentiert werden, aber die US-Regierung will dies nicht tun, auch wird die japanische Regierung solche Aktionen nicht fördern. Beide Regierungen wollen jedwede verganenen Verstöße vertuschen, die vom US-Militär auf Okinawa begangen wurden, um anti-amerikanische Empfindungen nicht zu befeuern.

Verstöße gegen Sicherheitsmaßnahmen auf Okinawa

Der „Naval Criminal Investitagtion Service“ (NCIS) berichtete, wie ein Marine-Soldat mit dem dritten Rang zwischen Offizier und Unteroffizier angehörend, eine automatische Schusswaffe mitsamt der Munition entwendete und sich in seinem Haus verbarrikadierte. Er drohte damit sich und einen anderen Marine-Soldaten umzubringen.

Immer wieder kommt es auf Okinawa zu Zwischenfällen. Die Bewohner des Inselparadieses fernab der japanischen Hauptstadt Tokios, protestieren gegen die zahlreiche Präsenz der US-Armee, die das Gleichgewicht auf der Insel stören. Gegner der US-Stützpunkte fühlen sich, wie unter einer Besatzungsmacht. Als Strafe erhielt der Soldat eine schriftliche Warnung und eine Einschnitte seines Gehalts. Normalerweise sollten alle Soldaten, die die Basis verlassen abgetastet werden und durch einen Metalldetektor gehen. Diese Maßnahmen wurden aber am 30. Oktober 2014 im „Camp Hansen“ nicht ergriffen.

Demonstranten kreierten mit Kerzen einen Schriftzug aus Protest eines geplanten US-Stützpunkts in Japan, Tokio, Japan, 15. April 2010.

Der Gouverneur Okinawas Onaga ist gegen die hohe Präsenz der Amerikaner in seiner Heimat. Er hat nun einen neue Klage gegen die Regierung Shinzo Abes in Tokio eingereicht, um den Bau der umstrittenen Henoko-Basis zu verhindern, da diese ein Naturschutzgebiet zerstören wird. Ob die Klage angenommen wird, entscheidet sich Mitte Juli. Auch die Schließung von Futenma ist ein Anliegen des Gouverneurs, aber angesichts der Verunreinigungen muss befürchtet werden, dass das Gebiet nach einem Abzug der Amerikaner nicht mehr nutzbar sein wird.

Im Jahr 2005 wurde eine Sammelklage gegen die USA mit der Begründung abgewiesen, dass der Einsatz von Agent Orange nicht als „chemische Kriegsführung“ gewertet werden kann und das internationale Recht dadurch nicht verletze.

Der US-Veteran Roberts leidet an Prostatakrebs und Herzproblemen. Gegenüber der Japan Times sagte er vor zwei Jahren:

Die Drainagerohre des Stützpunktes verteilten das Abwasser rund um die zivilen Gemeinschaften nahe Futenma - nicht nur in Ginowan Stadt. USFJ muss sie vor den Gefahren warnen und Ärzte müssen nach Arten von Krankheiten suchen, die meinen ähnlich sind.

Mehr als 200 Veteranen Okinawas leiden an Krankheiten wie Parkinson, multiplem Myelom, periphere Neuropathie. Dies sind Krankheiten, für welche Veteranen in Vietnam, Thailand, und der DMZ zwischen Süd- und Nordkorea entlohnt werden. Im Juni 2015 wurde die US-Müllkippe aus dem Vietnam-Krieg durch einen Typhon überschwemmt.

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