Nach Tod Otto Warmbiers: USA und Südkorea üben Bombenangriffe auf koreanische Halbinsel

Nach Tod Otto Warmbiers: USA und Südkorea üben Bombenangriffe auf koreanische Halbinsel
B-1B Lancer Bomber der US-Armee
Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap gab am Dienstag bekannt, dass Amerikaner und Südkoreaner gemeinsame Luftmanöver über der koreanischen Halbinsel abhalten. In der Presse werden diese als Antwort der Amerikaner auf den Tod Otto Warmbiers gewertet.

An den Manövern, die am heutigen Dienstag stattfinden, nehmen zwei amerikanische Bomber des Typs B-1B und zwei südkoreanische F-15 K Jagdflugzeuge teil. Generalleutnant Kim Sung-duk erklärte dazu: 

Unsere Luftwaffe wird heute gemeinsame Manöver mit zwei B-1Bs auf dem Himmel über der koreanischen Halbinsel durchführen. 

Über den genauen Ort, die Art und die Zeit der Manöver machte er keine Angaben. Die Übungen sollen aber unter anderem gestellte Bombenoperationen in Gangwon beinhalten.

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Der Tod des US-Staatsbürgers Otto Warmbier heizt die Stimmung zwischen Nordkorea und den USA weiter an. Auch der südkoreanische Präsident meldete sich zu Wort. In einem Interview mit dem Sender CBS nannte der südkoreanische Präsident Nordkorea "irrational" und verurteilte den Tod Otto Warmbiers, für welchen er die nordkoreanische Regierung verantwortlich macht. Der US-Student war vergangene Woche freigelassen worden.

Otto Warmbier nach seiner Verhaftung auf dem Weg zum Gericht, Pjöngjang, Nordkorea, 16. März 2016.

Nordkorea hatte ihn zu 15 Jahren Strafarbeit verurteilt, nachdem er ein Poster der nordkoreanischen Regierung gestohlen haben soll. Nach 1 1/2 Jahren Haft in Nordkorea fiel Warmbier in ein Koma. Sechs Tage nach seiner Freilassung verstarb er in den USA an den Folgen von Misshandlungen während der Gefangenschaft, wie die Familie bekannt gab. 

Südkoreas neu gewählter Präsident Moon Jae-in hatte angekündigt, einen diplomatischen Weg gehen zu wollen, um die angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel zu deeskalieren. Erneute Raketentests aus Nordkorea haben dieses Vorhaben von Beginn an erschwert. Nach erweiterten Sanktionen aus Washington hat Pjöngjang einen Hilfskonvoi aus Südkorea auf dem Weg in den Norden abgewiesen. Nordkorea will trotz aller Sanktionen an seinem Atomwaffenprogramm festhalten. 

Am Dienstag haben sich Südkorea und China auf einen engen und transparenten Austausch über Informationen zu THAAD geeinigt, dem umstrittenen Raketenabwehrsystem der Amerikaner, welches auf südkoreanischem Boden stationiert wurde. Moon Jae-in ist ein Kritiker THAADs, da dieses zu einem wirtschaftlichen Boykott vonseiten Chinas geführt hatte und auch die nordkoreanischen Nachbarn erzürnte. Seit 2016 hat Nordkorea zwei Atombomben- und zahlreiche Raketentests unternommen.