Neue Spannungen zwischen Nordkorea und den USA nach Tod Otto Warmbiers

Neue Spannungen zwischen Nordkorea und den USA nach Tod Otto Warmbiers
Otto Warmbier nach seiner Verhaftung auf dem Weg zum Gericht, Pjöngjang, Nordkorea, 16. März 2016.
Der US-Student wurde mit der Ankunft eines ehemaligen NBA Spielers in Nordkorea freigelassen. Im Jahr 2016 hatte man ihn zu 15 Jahren Strafarbeit verurteilt. Aber nun verstarb er an den Folgen seiner Haft. Donald Trump droht und der südkoreanische Präsident fordert die Freilassung aller Gefangener.

Otto Warmbier, ein 21-jähriger Student aus den USA, der angeblich ein politisches Poster aus einem Hotel in Nordkorea stehlen wollte, wurde vom höchsten Gericht des Landes im Jahr 2016 zu 15 Jahren Strafarbeit im Gefängnis verurteilt. Der Student gab in seiner Aussage an, dass eine Kirche, die der amerikanischen Regierung nahesteht, ihn zu dem Diebstahl angestiftet hätte.

Vergangene Woche machte sich der ehemalige NBA-Star Dennis Rodman auf den Weg nach Nordkorea. Fast zeitgleich mit seiner Ankunft wurde Otto Warmbier freigelassen. Nordkorea bezeichnete die Freilassung als einen "Akt der Humanität". Aber der US-Student befand sich in einem kritischen gesundheitlichen Zustand, am Montag wurde bekannt, dass Warmbier in den USA an den Folgen seiner nordkoreanischen Haft, sechs Tage nach seiner Freilassung, verstarb. Seine Eltern machten die brutalen Misshandlungen Nordkoreas für den Tod ihres Sohnes verantwortlich. Während seiner Haft habe er eine schwerwiegende Nahrungsmittelvergiftung erlitten. Eine Schlaftablette versetzte ihn in ein Koma, er erlitt gravierende Hirnschäden. Die Ärzte gehen davon aus, dass diese auf Sauerstoffentzug und einen kurzzeitigen Herzstillstand zurückzuführen sind. 

Dennis Rodman und Kim Jong-un bei einem Basketballspiel in Pjöngjang, Nordkorea, 9. Januar 2014.

Warmbiers Eltern gaben am Montagabend bekannt: 

Unglücklicherweise ließen die grauenvollen Misshandlungen, die unser Sohn durch das nordkoreanische Regime erleben musste, kein anderes Schicksal zu, als das traurige, das wir heute erleben mussten.

Warmbier verstarb im Cincinnati Medical Center in Ohio um 14:20 Uhr Ortszeit. 

In einer Erklärung beschrieb die Familie den Zustand Ottos bei seiner Rückkehr. Er konnte weder sehen noch sprechen und reagierte auch nicht, wenn man ihn ansprach. 

Präsident Donald Trump zu Otto Warmbiers Tod: 

Es ist ein brutales Regime und wir werden uns dessen annehmen. 

Der Tod Warmbiers fällt in eine Zeit höchster Anspannungen zwischen Washington und Pjöngjang. Wie auch seine Vorgänger hatte Trump auf die Unterstützung Chinas im wirtschaftlichen Boykott gegen Nordkorea gesetzt, um das Land von seinem Atomwaffenprogramm abzubringen. Zwar verurteilt China die Raketentests Nordkoreas, aber will den Puffer Nordkorea nicht verlieren, welches Peking von amerikanischen Militärs in Südkorea trennt. Weiterhin fürchtet China, selbst ins Visier nordkoreanischer Angriffe zu geraten. Chinesische Truppen an der Grenze zu Nordkorea wurden angesichts der Kriegsrethorik zwischen den USA und Nordkorea stationiert, um mögliche Flüchtlingsströme bei einem Kriegseintritt Pekings mit Washington zurückzuhalten. In der amerikanischen Presse wird nun über Trumps mögliche Reaktion spekuliert. 

Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in, selbst Sohn nordkoreanischer Flüchtlinge, forderte die sofortige Freilassung aller Südkoreaner und Amerikaner, die sich noch in nordkoreanischer Gefangenschaft befinden. Derzeit sind es noch drei Amerikaner und sechs Südkoreaner. Moon Jae-in rügte Pjöngjang, keinen Respekt vor Menschenrechten zu haben. Park Soo Hyun, Sprecher Moons, gab bekannt, dass der südkoreanische Präsident alles in seiner Macht stehende tun werde, um die Freilassung der südkoreanischen und amerikanischen Landsleute zu erwirken. 

Ein Video von Otto Warmbier im Jahr 2016 vor Gericht in Nordkorea: 

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