Sport-Diplomatie: US-Basketballer Dennis Rodman auf dem Weg zu Kim Jong-un

Sport-Diplomatie: US-Basketballer Dennis Rodman auf dem Weg zu Kim Jong-un
Der ehemalige NBA-Basketballstar Dennis Rodman neben dem nordkoreanischen Präsidenten Kim Jong-un, Nordkorea, 1. März 2013.
Zum bereits fünften Mal reist der ehemalige NBA-Star Dennis Rodman an diesem Dienstag nach Nordkorea. Er ist der einzige Mensch, der sowohl ein Freund Donald Trumps als auch Kim Jong-uns ist. Kann er im Konflikt zwischen den verfeindeten Parteien vermitteln?

In einem Tweet kündigte Dennis Rodman seine Reise nach Nordkorea an. Er ist der einzige Amerikaner, der sowohl mit Kim Jong-un als auch mit Donald Trump befreundet ist. Rodman hatte Trump während seines Wahlkampfs unterstützt. 

Kann Rodman aber auch eine Brücke zwischen den verfeindeten Parteien Washington und Pjöngjang schlagen? Rodman gilt als Exzentriker. Zwischen 2013 und 2014 besuchte er Nordkorea dreimal. Zuletzt hatte er im Januar 2014 zusammen mit anderen ehemaligen NBA-Spielern das isolierte Land beehrt, um dem Basketballfan Kim Jong-un ein Spiel vorzuführen. Ein Video von Rodman, wie er Kim Jong-un zum Geburtstag ein Happy Birthday singt, ging viral.

US-Diplomat Shannon zeitgleich in Seoul

Zeitgleich mit Rodmans jüngstem Besuch traf am Dienstag der US-amerikanische Staatssekretär Thomas Shannon in Seoul ein, um eine Zusammenkunft zwischen dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in und Donald Trump vorzubereiten. Die Gespräche werden am 29. und 30. Juni stattfinden.

Hauptthemen zwischen Washington und Seoul sind Divergenzen in Bezug auf das amerikanische Raketenabwehrsystem THAAD und die nordkoreanische Bedrohung durch Pjöngjangs Atomwaffenprogramm.

Auch Sanktionen konnten die Regierung Nordkoreas bisher nicht von ihrem Kurs abbringen. Moon Jae-in ist dennoch ein scharfer Kritiker des THAAD-Systems, welches die Südkoreaner vor nordkoreanischen Raketen schützen soll. Die Lieferung dieses Kriegsgeräts hatte nämlich zu einem wirtschaftlichen Boykott Chinas gegenüber Südkorea geführt. Die Chinesen fürchten, dass der THAAD-Radar auch für Spionagezwecke gegen Peking Anwendung finden könnte. 

Mitglieder der nordkoreanischen Armee jubeln nach dem erfolgreichen Test einer neuartigen Schiffsrakete; Nordkorea, 30. Mai 2017.

Derzeit hält Nordkorea vier US-Bürger fest. Nach seinem Besuch im Januar 2014 kritisierten Medien und Öffentlichkeit, dass Rodman den Fall des inhaftierten Amerikaners Kenneth Bea nicht zur Sprache gebracht hat. 

Ein CNN-Mitarbeiter sichtete Rodman am Internationalen Flughafen von Peking auf dessen Weg nach Nordkorea. Zu einem Interview zeigte dieser sich nicht bereit. Rodman hatte frühere Besuche Pjöngjangs als "Basketball-Diplomatie" bezeichnet. Die US-Regierung erklärte hingegen die Strategie der Geduld mit Nordkorea für beendet.

Moon Jae-in sucht unterdessen nach einem Weg, diplomatische Kanäle zu Nordkorea neu zu beleben. Diesbezüglich sieht er einen möglichen Weg über den Sport und plant, die Olympischen Winterspiele in Südkorea als eine Plattform für den diplomatischen Austausch abseits der Politik zu nutzen.