Südkorea verzögert den Einsatz von THAAD durch Umwelttests

Südkorea verzögert den Einsatz von THAAD durch Umwelttests
THAAD-Raketenmodelle bei einer Ausstellung in Tokio, Japan; 12. Oktober 2016.
Die Aufrüstung an der koreanischen Halbinsel schreitet weiter voran. Am Dienstag erreichte ein atombetriebenes U-Boot der US-Marine den südkoreanischen Hafen Busan. Seoul hat derweil einen neuen Ansatz gefunden, um das umstrittene THAAD-System zu verzögern.

Die Aufrüstung auf der koreanischen Halbinsel und um diese herum schreitet voran. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, erreichte die USS Cheyenne am Dienstag den Hafen von Busan. Das atombetriebene Kriegsschiff ist üblicherweise in Pearl Harbor auf Hawaii stationiert.

Busan ist eine Hafenstadt, 450 Kilometer von der Hauptstadt Seoul entfernt. Ein Offizieller der Marine, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte gegenüber den Yonhap-Nachrichten, dass das U-Boot nicht bei Manövern mit den Südkoreanern eingesetzt werden würde. Das 110,3 Meter lange U-Boot kann bis zu 130 Mann beherbergen und ist mit Tomahawk-Raketen ausgestattet, die eine Reichweite von 3.100 Kilometern haben. 

Das nordkoreanische Regierungsoberhaupt Kim Jong-un, begutachtet Lebensmittel in Pjöngjang, Nordkorea, 30. Juni 2015.

Verzögerung des amerikanischen Raketenabwehrsystems

Zuvor hatte bereits das US-amerikanische Raketenabwehrsystem THAAD auf südkoreanischem Boden hatte zu Spannungen zwischen China und Seoul geführt. Moon Jae-in, neue Präsident Südkoreas, hatte sich während des Wahlkampfs für eine erneute Diskussion über THAAD eingesetzt, da die Entscheidungen, das amerikanische Kriegsgerät betreffend, von der Übergangsregierung getroffen wurden, ohne die Stimme des Volkes zu hören.

Eine mögliche Option zur Verzögerung der Inbetriebnahme des Systems, welches Südkorea vor nordkoreanischen Raketen schützen soll, bieten nun Umwelttests, die helfen sollen, die Auswirkungen auf die Natur zu erheben. Moon Jae-in hatte die entsprechenden Untersuchungen persönlich angefordert. 

Nordkorea lässt südkoreanische Hilfsorganisation nicht einreisen

Die Regierung Seouls hatte für THAAD im Wege eines Landtausches mit der Firma Lotte einen Golfplatz zur Verfügung gestellt. Die Lieferung THAADs fand unter Protesten aus der Bevölkerung statt. Die Amerikaner betreiben das System vor Ort selbst. US-Präsident Donald Trump hatte zudem, erst nach Lieferung und Aufstellung, die Kostenübernahme durch die Südkoreaner gefordert. Die Regierung Seouls will dieser Forderung aber nicht entsprechen. China fürchtet seinerseits, dass der Radar zu Spionagezwecken eingesetzt werden könnte. 

Moon Jae-in setzt im Konflikt mit Nordkorea auf die Diplomatie und wollte neue diplomatische Wege durch humanitäre Hilfe schaffen. Aber nach erneuten Sanktionen gegen die Regierung Pjöngjangs haben nordkoreanische Grenzschutzorgane eine südkoreanische Hilfsorganisation an der Grenze zu Nordkorea abgewiesen. Die Annäherung an die USA während der Regierung Park Geun-hyes, die nach Korruptionsvorfällen ihres Amtes enthoben wurde, hat dazu beigetragen, dass Nordkorea alle diplomatischen Verbindungen nach Seoul kappte.

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