Nordkorea schert sich nicht um Sanktionen der USA

Nordkorea schert sich nicht um Sanktionen der USA
Das nordkoreanische Regierungsoberhaupt Kim Jong-un, begutachtet Lebensmittel in Pjöngjang, Nordkorea, 30. Juni 2015.
Nordkorea hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie mit oder ohne Sanktionen am Atomwaffenprogramm festhalten werden. Moon Jae-in, der neue Präsident Südkoreas, setzt auf humanitäre Hilfe. Jedoch wurde eine Menschenrechtsorganisation nun nicht ins Land gelassen.

Nordkorea hatte die letzte Runde der Sanktionen als "feindlichen Akt" bezeichnet. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Freitag 18 weitere Individuen und Organisationen, die in Verbindung mit der nordkoreanischen Regierung stehen, einer schwarzen Liste hinzugefügt. 

Wie die nordkoreanische Regierung gegenüber der amtlichen Nachrichtenagentur KNCA berichtete, bezeichneten sie die letzten Sanktionen als: 

Einen feindlichen Akt mit dem Ziel, das Voranbringen der nuklearen Ziele der Demokratischen Volksrepublik Korea zu drosseln, sie zu entwaffnen und die Wirtschaft zu ersticken. 

Ein Sprecher des Außenministeriums: 

Welche Sanktionen und welcher Druck auch immer folgen mögen, wir werden den Pfad nicht verlassen, um unsere Nuklearmacht auszubauen, die ausgewählt wurde, um die Souveränität unseres Landes und das Recht auf nationale Existenz zu verteidigen. Wir werden uns weiter auf einen letztendlichen Sieg hinbewegen. 

Die Stationierung von vier zusätzlichen Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) durch die USA in Südkorea sorgt für Streit. Seoul wirft Washington vor, darüber nicht zuvor informiert worden zu sein.

Die letzten Sanktionen waren eine Übereinkunft zwischen den Vereinigten Staaten und China. Im April sagte Donald Trump, dass er mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping an einer Lösung des Problems Nordkorea hinarbeite. Peking sanktionierte daraufhin Kohlelieferungen aus Nordkorea. Dieser Schritt war aber für die Amerikaner nicht weitreichend genug. Sie fordern von China, Nordkorea wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. China aber fürchtet amerikanisches Kriegsgerät vor seiner Haustür. 

Moon Jae-in, neu gewählter südkoreanischer Präsident, setzt derweil auf humanitäre Hilfe für die Nordkoreaner. Er selbst ist das Kind nordkoreanischer Flüchtlinge und setzt auf Diplomatie statt auf US-Waffen. Aber nun wies die nordkoreanische Regierung eine südkoreanische Menschenrechtsorganisation an der Grenze ab. Als Begründung gab Nordkorea die Sanktionen gegen das Land an, dem auch Südkorea zustimmte. 

Explosionen während einer Militärübung zwischen Amerikanern und Südkoreanern nahe der Demilitarisierten Zone (DMZ); Südkorea, 21. April 2017.

Im April verlegte Donald Trump den Flugzeugträger USS Carl Vinson vor die koreanische Halbinsel und schickte damit eine "sehr, sehr starke Armada", um gemeinsam mit verbündeten Japanern und Südkoreanern den Krieg gegen Nordkorea zu erproben. Nachdem Donald Trump einen Militärstützpunkt in Syrien bombardiert hatte, sorgten sich auch die Südkoreaner um ihre Sicherheit. Der rhetorische Schlagabtausch zwischen Pjöngjang und Washington wurde immer härter, und die Südkoreaner sahen sich vor einem umkalkulierbaren Risiko zwischen US-Militär in ihrem Land und dem nordkoreanischen Nachbarn. 

Seit dem ersten nuklearen Test im Jahr 2006 hatte Nordkorea alle Sanktionen gegen das Land verurteilt und als einen Angriff auf die Souveränität des Staates bezeichnet. 

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