Südkoreanischer Präsident schockiert über nicht dokumentierte US-Raketensysteme in seinem Land

Südkoreanischer Präsident schockiert über nicht dokumentierte US-Raketensysteme in seinem Land
THAAD-Raketenabwehrsystem während eines Testeinsatzes in den USA, 25. April 2017.
Der neu gewählte Präsident Südkoreas ist schockiert, dass sich in seinem Land vier nicht dokumentierte THAAD-Raketenwerfer befinden. Die neue Regierung und die Öffentlichkeit wurden getäuscht. Unter Protesten war das THAAD-System der Amerikaner in Südkorea zum Schutz vor nordkoreanischen Raketen aufgestellt.

Der neu gewählte Präsident Südkoreas Moon Jae-in hatte während seiner Wahlkampagne versprochen, das umstrittene THAAD-System neu zu diskutieren. Er zeigte sich schockiert darüber, dass nun heraus kam, dass seine Regierung und die Öffentlichkeit über vier weitere THAAD-Starvorrichtungen in Unkenntnis gelassen wurden. 

Die südkoreanische Nachrichtenagentur "Yonhap" berichtete, dass Moon eine Untersuchung einleitete, wie diese System unregistriert ins Land gekommen sind:

Präsident Mood hat eine Untersuchung eingeleitet, um herauszufinden, wie vier weitere Abschussvorrichtungen ins Land gekommen sind, wer die Entscheidung getroffen hat und warum die Bürger davon nicht erfuhren und warum die neue Regierung davon bis zum heutigen Datum nicht unterrichtet wurde.

Das Pentagon wies, im Bezug auf die THAAD-Aufstellung, alle Schuld von sich und gab an, dass alle Handlungen öffentlich gewesen seien. Eine vollständig ausgerüstete THAAD-Batterie besteht aus mindestens sechs Startvorrichtungen, die mit acht Abfangraketen ausgestattet sind, jede davon im Verbund mit einer Radarstation und zwei Steuerungszentren. 

Der erste Kampfeinsatz der B-1B erfolgte 1998 während der Operation Desert Fox gegen Ziele im Irak. Insgesamt hoben die Bomber zu sechs Flügen ab, die Angriffe galten Kasernen der Republikanischen Garde.

Nach der Amtsenthebung seiner Vorgängerin Park Geun-hye, entschied eine Übergangsregierung, ohne die Einbeziehung des südkoreanischen Volks, über die Lieferung und Aufstellung des THAAD-Systems. Nachdem das System als Einsatzbereit erklärt wurde, forderte Präsident Trump die Kostenübernahme von einer Milliarde US-Dollar von den Südkoreanern. Seoul aber wies diese Forderung mit der Begründung ab, dass allein die Amerikaner dieses bedienen würden. Anwohner des nahegelegenen Golfplatzes, den die südkoreanische Firma zur Aufstellung des Systems bereitgestellt hatte, protestierten gegen das System. 

THAAD trieb einen Keil zwischen die Handelsbeziehungen von China und Südkorea. China hatte die Südkoreaner vor dem amerikanischen Militärgerät gewarnt und seine Drohungen mit Wirtschaftsboykotten gegen Lotte und Südkorea wahr gemacht. Peking fürchtet, dass der THAAD-Radar zum Ausspähen Chinas missbraucht werden könnte und ist gegen eine amerikanische Aufrüstung in der Nähe seiner Grenzen. Nordkorea dient China als Pufferzone und ist daran interessiert den Status quo beizubehalten, auch wenn Kim Jong-un in China den Ruf hat "ein verrückter Hund" zu sein. 

Auch Japan zieht in Betracht ein amerikanisches THAAD-System aufstellen zu lassen. Nach nordkoreanischen Raketentests fühlt sich Japan nach offizieller Darlegung bedroht. Die Regierung des Premierministers Shinzo Abe will eine Abkehr von der pazifistischen Verfassung, die seit Ende des zweiten Weltkriegs Japan die Aufrüstung und den Kriegseintritt verbietet.

Imitationen von Trump und Kim Jong-un während eines Rugby Spiels im Hong Kong-Stadium; China, 8. April 2017.

Moon Jae-in hofft auch nach den jüngsten Raketentests Nordkoreas auf die Diplomatie zwischen Pjöngjang und Seoul. Aber diplomatische Wege zwischen den Ländern, müssen neu geebnet werden, da die vorherige Regierung diese, im Sinne der Amerikaner, abschnitt. Moon will mit humanitärer Hilfe beginnen und die Winterspiele Südkoreas für eine unpolitische Bühne zum Austausch zwischen Nord- und Süd nutzen. Schon Tage nach seiner Wahl, während der Nordkorea zu einer Annäherung aufrief, testete Pjöngjang erneut eine Rakete.

Die Effizienz von THAAD ist bei Langstreckenraketen begrenzt. Die Reichweite der THAAD-Raketen beträgt 200 Kilometer. Sie können eine maximale Höhe von 150 Kilometern erreichen. Mit dem letzten Raketentest Nordkoreas an diesem Montag hatte Pjöngjang gezeigt, dass es Kriegsschiffe und US-Flugzeugträger in der Region treffen kann. Die Rakete vom Typ "KN-17" (Namensgebung durch die USA nach Präsentierung auf einer nordkoreanischen Militärparade), flog 450 Kilometer weit.