Scharfe Reaktion aus Peking: China ist "sehr unzufrieden" mit der G7-Abschlusserklärung

Inseln in Ost-Chinesischen Meer
Die Gruppe der umstrittenen Inseln im Ost-Chinesischen Meer: Uotsori (oben), Minamikojima (Mitte) and Kitakojima, bekannt als Senkaku in Japan und Diaoyu in China. Aufnahme: Septemebr 2012.
China sei "sehr unzufrieden" mit der Erwähnung des Ost- und Südchinesischen Meeres im Abschlusskommuniqué des G7-Gipfels, heißt es im Außenministerium in Peking. Demnach mischten sich die G7-Nationen unter dem Deckmantel des Völkerrechts in die regionalen Angelegenheiten ein.

In ihrer Abschlusserklärung hatten die G7-Länder ihre Besorgnis über die Situation im Ost- und Südchinesischen Meer zum Ausdruck gebracht. Sie forderten zudem eine Demilitarisierung der umstrittenen Gebiete, berichtet die Nachrichtenagentur Sputnik.

Pekings Haltung in dieser Frage ist klar und konsequent. Wir bemühen uns um eine angemessene Regelung der Streitigkeiten, um eine stärkere Kooperation und den Erhalt des Friedens und der Stabilität im Ost- und Südchinesischen Meer durch Verhandlungen unmittelbar mit den betroffenen Seiten", zitiert Xinhua den Sprecher des Außenministeriums Lu Kang.

China beansprucht erhebliche Teile des Ost- und Südchinesischen Meeres als eigenes Hoheitsgebiet. Die USA und deren Verbündete weisen damit verbundene Ansprüche zurück.

Der Diplomat rief die G7-Länder auf, sich "verantwortungsloser Bemerkungen" zu verzichten.

Das Südchinesische Meer gehört zum Pazifischen Ozean und liegt südlich von China zwischen Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Diese Länder stehen in Bezug auf die Seegrenzen und Verantwortungszonen im Süd- und Ostchinesischen Meer im Konflikt miteinander. Laut China nutzen Länder wie Vietnam und die Philippinen bewusst die Unterstützung der Vereinigten Staaten, um die Spannung in der Region anzuheizen.

China erhebt Anspruch auf 80 Prozent dieses 3,5 Millionen Quadratkilometer großen rohstoffreichen Gebiets, durch das ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs führt. Peking schüttete unter anderem künstliche Inseln auf und legte Landebahnen sowie Militäranlagen an, um seine Ansprüche zu untermauern.

Die Chinesen reagieren traditionell sehr gereizt auf jegliche Versuche der westlichen Staaten, auf den Streit einzuwirken. Im letzten Jahr, als der damalige G7-Gifpel in Japan stattfand, forderte Peking die G7-Staaten fast im gleichen Ton auf, sich aus den Inselstreitigkeiten im Südchinesischen Meer herauszuhalten. Gleich zum Auftakt des Treffens schrieb die Nachrichtagentur Xinhua:

Um nicht überflüssig zu werden und sogar den Frieden und die Stabilität in der Welt negativ zu beeinflussen, sollten sich die G7-Staaten um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern, anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen und Konflikte anzufachen."

Solche Reaktion aus China steht im Kontrast zu Russlands Reaktionen auf die diesjärige Drohung der G7-Staaten, die Sanktionen gegen Russland "bei Bedarf" zu verschärfen. Die russische Regierung enthielt sich bis jetzt jeglicher Stellungnahme auf die Verschärfung des Tons gegenüber Russland in der Abschlusserklärung. Bis jetzt war es der Senator Andrei Klimow, der die Erklärung kommentierte. Er nannte das G7-Format nicht mehr relevant.