Nach US-Sanktionen: Philippinen beschließen Zusammenarbeit mit Russland gegen „Islamischen Staat“

Nach US-Sanktionen: Philippinen beschließen Zusammenarbeit mit Russland gegen „Islamischen Staat“
Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein philippinische Kollege Alan Peter Cayetano in Moskau am 25 Mai 2017.
Russland und die Philippinen haben rund ein Dutzend bilaterale Abkommen beschlossen. Beide Länder arbeiten künftig im Verteidigungs- und Militärbereich zusammen. Präsident Duterte brach seinen Moskaubesuch nach Konsultationen mit Präsident Putin wegen terroristischer Zusammenstöße mit dem „Islamischen Staat“ ab.

Insgesamt setzten Moskau und Manila ihre Unterschrift unter elf Dokumente. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte in Anwesenheit seines philippinischen Amtskollegen Alan Peter Cayetano:

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte in Moskau. In Russland bat der seit Juni 2016 amtierende Staatschef um Waffen im Kampf gegen den Terror; Moskau, Russland, 23. Mai 2017.

Dokumente umfassen ein Verteidigungskooperationsabkommen sowie Absichtserklärungen in den Bereichen Kernenergie, Handel, Investition, Industrie, Transport, Kultur und Kunst. Außerdem wurde ein Aktionsprogramm zur Kooperation im Tourismus und ein Plan zur Konsultation zwischen den Außenministerien beschlossen.“

Die Minister diskutierten in diesem Zusammenhang eine „verstärkte Zusammenarbeit“ bei der Bekämpfung von internationalen Bedrohungen wie den internationalen Terrorismus, Drogenhandel, Internetkriminalität und Seepiraterie.

Nach dem direkten Aufeinandertreffen zwischen Duterte und Präsident Putin beauftragte das Staatsoberhaupt der Philippinen seine Minister, eine Reihe von wichtigen Dokumente mit Russland zu unterzeichnen. Duterte reiste im Anschlus nach Manila ab. Nach einem Terrorangriff auf die südphilippinische Stadt Marawi rief der Präsident das Militärrecht gegen islamistische Terroristen aus.

Im Gespräch mit Putin bemerkte Duterte, dass sein Land einen verlässlichen Partner im Kampf gegen den Terrorismus braucht. Die Frage wurde umso bedeutsamer, als die USA angesichts des US-kritischen Regierungskurses Dutertes den Verkauf von 27.000 Gewehren verbot. Washington verteidigte die Entscheidung mit dem Umstand, die philippinische Regierung hätte zahlreiche Menschenrechtsverbrechen zu verantworten.

„Natürlich braucht unser Land moderne Waffen. Wir hatten sie eigentlich in den USA bestellt. Sie sind wichtig, um den ‚Islamischen Staat‘ zu bekämpfen“, erklärte Duterte.

Im Interview mit Reportern am Mittwoch informierte Cayetano, dass Russland bereit ist, „alle Anstrengungen zu unternehmen“, um den Antrag von Trump zu erfüllen. Das Nachrichtenportal „Philippine Star“ berichtete, dass das Oberhaupt der Philippinen Präsident Putin persönlich um ein Darlehen für den Kauf von Waffen aus Russland bat.

„Die Antwort der Russischen Föderation über Präsident Putin war sehr, sehr großzügig“, äußerte Cayetano in einer Presseerklärung. „Sie haben uns gezeigt, was möglich ist. Sie warten nun auf unsere Vorschläge. Das sind wirklich moderne Systeme, die zum Kampf gegen Terroristen verwendet werden.“

Am Donnertag überfielen Terroristen die Stadt Marawi. Die Milizionäre bekennen sich zum Führer Abdullah Maute, der dem „Islamischen Staat“ die Treue geschworen hat. Als die Dschihadisten am Dienstag in die Stadt einmarschierten, töten sie elf Menschen. Noch immer befinden sich zwei Menschen in Geiselhaft.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow drückte nochmals am Donnerstag den Familien und Freunden der Opfer sein Beileid und Mitgefühl aus, die beim IS-Angriff starben. Der philippinische Präsident brach wegen dem überraschenden Angriff seinen Besuch in Moskau vorzeitig ab.