Duterte trifft Putin, will Waffen kaufen und muss Moskaureise wegen Terrorkrise abbrechen

Duterte trifft Putin, will Waffen kaufen und muss Moskaureise wegen Terrorkrise abbrechen
Die Philippinen wollen moderne russische Waffen kaufen, um IS-Terroristen zu bekämpfen, erklärte Präsident Rodrigo Duterte seinem russischen Pendant, nachdem er für die südliche Region Mindanao für 60 Tage das Kriegsrecht ausrief. Daraufhin brach er den Staatsbesuch in Moskau ab, um sich der Krise im eigenen Land zu widmen.

Das Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und Duterte war ursprünglich für Donnerstag geplant, wurde aber auf Dienstagabend vorgezogen, nachdem der philippinische Präsident das Kriegsrecht im Süden seines Landes ausgerufen hatte und daher gezwungen war seine Reise abzubrechen. Duterte entschied sich für diesen Schritt, nachdem in der Stadt Marawi Regierungstruppen und IS-Kämpfer bei einer Schießerei zusammenstießen.

"Ich bin nach Moskau gekommen, um mir Ihre Unterstützung zu sichern und unsere Freundschaft zu bestätigen", sagte der philippinische Präsident, als er Putin traf.

Duterte bedauerte, dass er Russland frühzeitig verlassen musste, nachdem "Einheiten des IS die Provinz Mindanao besetzt hatten und es dort noch immer Kämpfe und Zusammenstöße gibt."

Der philippinische Staatschef nannte Russland einen " zuverlässigen Partner" und betonte, dass Manila bereit sei, die Beziehungen zu Moskau zu entwickeln. Er freue sich auch darauf, russische Waffen zu kaufen, um die Terroristen in seinem Land zu bekämpfen.

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"Natürlich braucht unser Land moderne Waffen. Wir hatten Bestellungen in den Vereinigten Staaten aufgegeben, aber jetzt ist die Situation dort nicht so reibungslos. Und um gegen den IS zu kämpfen, mit ihren Einheiten und Fraktionen, brauchen wir moderne Waffen", sagte Duterte zum russischen Präsidenten Putin.

Vor seiner Ankunft in Russland signalisierte Duterte, dass Manila Interesse an dem Kauf von Kleinwaffen, Hubschraubern und Jets aus Moskau hat, um seinen Drogenkrieg und Terroristenaufstand zu bekämpfen.

Während Washington bisher Waffen an Manila geliefert hat, sagte Duterte bereits im Vorfeld, dass die Beschaffung von Waffen aus den Vereinigten Staaten eine Herausforderung darstellen könnte, weil die USA die angeblichen Menschenrechtsverletzungen in seinem Land stark kritisierten.

"Natürlich ist die Zusammenarbeit im militärtechnischen Bereich möglich", erklärte Putin seinem Staatsgast im Kreml und fügte hinzu, dass die Länder viele weitere potenzielle Kooperationsfelder haben. Dazu gehören die Bereiche Energie, Ingenieurwesen, Energie und Transport.

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Putin äußerte auch sein Beileid über die Tötung zweier Soldaten und eines Polizeibeamten. Sie waren bei Zusammenstößen zwischen der zum IS zugeordneten Maute Gruppe getötet worden, die Teile von Marawi City besetzten.

"Ich möchte im Zusammenhang mit dem Tod von Menschen, infolge des Terroranschlags in Ihrem Land, mein Beileid ausdrücken", sagte Putin und erklärte Duterte, dass er und das russische Volk "völlig verstehen", warum er gezwungen war, die Reise abzubrechen.

"Ich möchte hoffen, dass der Konflikt so schnell wie möglich mit minimalen Verlusten gelöst wird", fügte Putin hinzu.

Trotz der frühen Abreise Dutertes werden beide Länder die vollständigen Dokumente, die von den Delegationen vorbereitet wurden, unterzeichnen.

"Ihre Minister werden hier bleiben und morgen wird dieses Paket von Dokumenten, das auf die Entwicklung unserer bilateralen Beziehungen ausgerichtet ist, unterzeichnet", sagte Putin.

Im Zusammenhang mit seiner vorgezogenen Abreise war Duterte auch gezwungen, sein Treffen mit dem russischen Premierminister Dmitri Medwedew am Mittwoch abzusagen, bei dem die Entwicklungen auf den Philippinen besprochen werden sollten.

"Die Regierung hat die volle Kontrolle über die Situation und ist sich bewusst, dass die Maute/IS und ähnliche Gruppen die Fähigkeit haben, selbst wenn sie begrenzt sind, den Frieden zu stören", sagte Präsidentschaftssprecher Ernesto Abella während einer Pressekonferenz in Moskau.

Der Verteidigungssekretär Delfin Lorenzana, der auch in Moskau sprach, gab an, dass weitere Soldaten am Mittwochmorgen in Marawi ankommen würden, um terroristische Scharfschützen aus der Stadt zu vertreiben. Er betonte, dass die Situation in Marawi City unter Kontrolle ist und dass die Sicherheitskräfte gegenwärtig lediglich ihre Positionen halten, bis Verstärkung eingetroffen ist.

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Im Flugzeug Richtung Manila, kündigte Duterte an, dass das Kriegsrecht "hart" sein, und der Herrschaft von Ferdinand Marcos ähneln werde, der von 1972 bis 1981 unter einem solchen Dekret herrschte.

"Kriegsrecht ist Kriegsrecht ... Sie haben das Kriegsrecht erlebt, es wird sich nicht von dem unterscheiden, was Präsident Marcos tat. Ich würde hart vorgehen", sagte Duterte.

Duterte deutete auch an, dass die Maßnahme, die für 60 Tage andauern soll, noch weiter verlängert werden kann.

"Wenn es ein Jahr dauern würde, um es zu schaffen, dann werden wir es tun. Wenn es nach einem Monat vorbei ist, dann werde ich mich freuen" , sagte er.

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