Südkoreaner verbitten sich Einmischung der US-Amerikaner in ihre Wahlen am 9. Mai 2017

Südkoreaner verbitten sich Einmischung der US-Amerikaner in ihre Wahlen am 9. Mai 2017
Ein südkoreanischer Soldat gibt seine Stimme für die Präsidentschaftswahlen in Seoul, Südkorea ab. 4. Mai 2017.
Der Favorit für die Präsidentenwahlen in Südkorea warnte die USA davor, sich in die Wahlen seines Landes einzumischen. Derweil machen Gerüchte die Runde, wonach China mit Nordkorea über ein weitreichendes Paket zur Deeskalation in der Region verhandeln würde.

Es sind ungewohnt kritische bis sogar anti-amerikanische Töne, die dieser Tage aus Südkorea zu hören sind. Moon Jae-in, liberal-demokratischer Präsidentschaftskandidat und Menschenrechtsanwalt, wird voraussichtlich als Gewinner aus den Wahlen hervorgehen. Vorsorglich erklärt er jedoch, er verbitte sich jede Einmischung der Amerikaner in die Demokratie Südkoreas.

Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson und General Vincent Brooks posieren für ein Bild in der Demilitarisierten Zone, Panmunjom, Südkorea, 17. März 2017.

Dies ging aus einem Interview hervor, welches Moon Jae-in mit der Washington Post führte. In diesem war auch THAAD, das umstrittene Raketenabwehrsystem der Amerikaner, ein Thema, für welches die USA nun die Kostenübernahme durch die Südkoreaner fordern. Moon Jae-in gegenüber der Washington Times:

Es ist von der südkoreanischen Regierung nicht gewünscht, dass THAAD in dieser politisch sensiblen Zeit, mit den nahenden Präsidentschaftswahlen, und ohne Rücksicht auf den demokratischen Prozess so rasch geliefert wird. [...] Wäre Gleiches in den USA möglich? Könnte die dortige Regierung eine solch fragwürdige Entscheidung ohne Rücksichtnahme auf demokratische Prozesse und ohne die Ratifizierung oder die Zustimmung durch den Kongress treffen?

Moon warnte, dass die USA demokratische Prozesse umgingen und so die Chance verspielten, eine bilaterales Bündnis mit Südkorea zu erzielen, welches auf Vertrauen basiere. Mit Blick auf die nur noch fünf Tage entfernten Wahlen fürchtet Moon Jae-in, dass diese von den USA beeinflusst werden könnten.

Anzeichen von Diplomatie? Gerüchte von Verhandlungen zwischen China und Nordkorea

Die in Hongkong beheimatete Nachrichtenseite "Aboluowang" verkündete unterdessen, dass China und Nordkorea mit Gesprächen begonnen hätten. Demnach würden China, Südkorea, die USA, Japan und Russland Nordkorea monetär belohnen, sollte sich Pjöngjang von seinem Atomwaffenprogramm verabschieden.

Daniel Shaw von der City University von New York nimmt Pjöngjang im Konflikt mit den USA eindeutig in Schutz.

Nordkorea hätte in den Verhandlungen die Forderung gestellt, hierfür über die kommenden zehn Jahre alljährlich 600 Milliarden US-Dollar zu erhalten. Darüber hinaus müssten alle Sanktionen, die das Land isolierten, aufgehoben werden. Zwischen Pjöngjgang und Washington sollte ein Friedensabkommen abgeschlossen und die Sicherheit der Regierungsriege um Kim Jong-un gewährt werden. Innerhalb von drei Jahren nach Einigung, so forderten die Chinesen, soll es eine Abkehr vom Atomwaffen- und Raketenprogramm Nordkoreas geben. Diese sollte durch chinesische Experten überwacht werden.

Die Los Angeles Times berichteten am Mittwoch, dass Nordkorea 200 Kilometer vor Pjöngjang drei Inseln anlegen würde, die dem Abschuss von Raketen dienen sollen. Schon 2012 soll mit dem Bau begonnen worden sein. Alle drei Inseln wiesen Charakteristiken einer Militärbasis auf. 

In den sozialen Medien Chinas verbreitete sich unterdessen die Nachricht, dass Peking eine letzte Warnung an Nordkorea ausgesprochen hätte. Ein erneuter Raketentest würde dazu führen, dass sich China von Nordkorea abwende. Am Mittwoch testeten die Amerikaner eine ballistische Langstreckenrakete von einem Luftwaffenstützpunkt in Kalifornien aus. Die Minuteman III hat eine Reichweite von 12.000 Kilometern, womit sich auch Nordkorea erreichen ließe. Der Test hätte dem Sicherheitsgefühl der Amerikaner gedient.