Südkoreanische Medien: China ruft Landsleute zum Verlassen Nordkoreas auf

Südkoreanische Medien: China ruft Landsleute zum Verlassen Nordkoreas auf
Ein B-1B-Bomber der U.S. Air Force überfliegt die Luftwaffenbasis Osan in Pyeongtaek, Südkorea; 2. Mai 2017.
Die Korea Times berichtet über einen Aufruf der Volksrepublik China an ihre in Nordkorea aufhältigen Bürger, das Land zu verlassen. Offiziell ist ein solcher Aufruf noch nicht bestätigt. Die meisten Chinesen seien der Warnung aber bisher nicht gefolgt.

Laut einem Bericht der Korea Times hat die chinesische Regierung ihre in Nordkorea aufhältigen Bürger dazu aufgerufen, das Land zu verlassen. "Die Botschaft hat noch nie eine solche Warnung herausgegeben. Aus Sorge habe ich das Land eiligst verlassen", zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten Mann.

Bislang gibt es aus Peking jedoch keine offizielle Bestätigung des Vorgangs. Die Warnung soll laut dem Bericht bereits am 20. April erfolgt sein. Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Japan an Evakuierungsplänen für rund 60.000 Landsleute arbeitet, die in Südkorea leben.

Ehemaliger US-General:

Am Dienstag verkündeten die Amerikaner, dass ihr THAAD-System in Südkorea nun einsatzbereit sei. Eine Woche vor den Präsidentenwahlen in Südkorea ist THAAD zum Wahlkampfthema geworden: Statt zu schützen, befeuert dieses nämlich umso mehr die Kriegsrhetorik. Die Japaner entsandten ihr größtes Kriegsschiff, die Regierungsspitzen beriefen ein ungewöhnliches Treffen zwischen Japan, den USA und Südkorea ein. 

Moon Jae-in ist der favorisierte Präsidentschaftskandidat der Südkoreaner, nicht obwohl, sondern gerade weil er sich für eine Distanzierung von Washington ausspricht. Das THAAD-System brachte bereits vor seiner Inbetriebnahme unangenehme Überraschungen mit sich.

China übt sich seither im Wirtschaftsboykott, der sich zunächst gegen die Firma Lotte richtete, die ihren Golfplatz für THAAD bereitstellte, dann gegen das Land Südkorea selbst. Straßenzüge, die sonst chinesische Touristen füllten, blieben leer, Flüge zwischen China und Südkorea wurden aufgrund der sinkenden Nachfrage gestrichen und auch das in China so begehrte Milchpulver für Säuglinge aus Südkorea darf in China nicht mehr verkauft werden.

ForumVostok