Lawrow tritt Fake-Berichten entgegen: Wir unterstützen die Taliban nicht

Lawrow tritt Fake-Berichten entgegen: Wir unterstützen die Taliban nicht
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Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat Anschuldigungen dementiert, wonach Russland die Taliban militärisch unterstütze. Die Beschuldigungen stammen von US-Militärs. Lawrow zufolge handle es sich um ein Ablenkungsmanöver Washingtons.

Die Anschuldigungen Washingtons, denen zufolge Russland die Taliban mit Waffen beliefern, sind unprofessionell und substanzlos, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Es gebe keinerlei Beweise dafür. Lawrow sprach die Anschuldigungen am Dienstag auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit dem OSZE-Generalsekretär Lamberto Zannier an.

Die afghanische Hauptstadt Kabul. Archivbild.

Dem russischen Außenminister zufolge sind die Behauptungen der USA möglicherweise eine Nebelwand, um von der veränderten US-Syrienpolitik und der Rückkehr zur Rhetorik des Regime Change abzulenken.

Hinsichtlich [dieser] Behauptungen […], die aus dem Militär in Washington und von den Anführern der US-Militärgruppen in der Region, einschließlich Afghanistans, lanciert wurden – diese [Erklärungen] sind unprofessionell und substanzlos", sagte Lawrow.

Er fügte hinzu, dass die Geheimdienstverantwortlichen in Washington "sehr genau wissen, dass diese Erklärung unwahr ist" und "keine einzige Tatsache" zur Verfügung gestellt haben, um diese zu belegen.

Wir erahnen die Versuche einiger unserer Kollegen, die UN-Sicherheitsratsresolution über eine politische Lösung durch einen innersyrischen Dialog aufzugeben und zur alten Rhetorik des Regime Change zurückzukehren", erklärte Lawrow und fügte hinzu, dass Russland sich dem widersetzen wird.

An die Abwesenheit von US-Vertretern während einer Afghanistan-Konferenz in Moskau erinnernd, sagte Lawrow, es könne Teil einer US-Strategie sein, Washingtons Scheitern in Afghanistan Russland anzulasten.

Russland mahnt Taliban zum Gewaltverzicht

Die jahrelange US-Operation in Afghanistan habe nur die Terroristen gestärkt und die Drogenexporte aus dem Land erhöht. Lawrow bemerkte auch, dass die USA selbst Kontakte zu den Taliban pflegten, nachdem diese in Katar ein Büro eröffnet hatten.

Die russische Regierung betrachtet es als nötig, dass die Taliban in einen Dialog mit der afghanischen Regierung treten, um den Frieden im Land zu sichern, erklärte Lawrow. Die Gruppe müsse sich von der Gewalt distanzieren, ihre Verbindungen zum Terrorismus kappen und die Verfassung des Landes achten.

Während eines Besuchs des US-Verteidigungsministers James Mattis in Afghanistan beschuldigte der Chef der US- und internationalen Streitkräfte, General John Nicholson, am Montag Russland, die Taliban mit Waffen zu versorgen. Auch zuvor hatten US-Vertreter bereits ähnliche Vorwürfe erhoben, die Russland dementierte.

Obwohl die US-Militärkampagne in Afghanistan im Jahr 2014 offiziell geendet hatte, befinden sich immer noch fast 10.000 US-Soldaten dort, um die afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen. Derzeit trachten die Vereinigten Staaten danach, ihre Militärpräsenz vor Ort zu erhöhen. Nicholson erklärte vor Kurzem, dass die USA es sich nicht leisten könnten, aus Afghanistan abzuziehen. Der General forderte den US-Kongress auf, "ein paar Tausend" Soldaten zusätzlich zu entsenden.

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