Korea-Krise: China warnt Trump vor Regime Change

Korea-Krise: China warnt Trump vor Regime Change
Der US-Vizepräsident Mike Pence war erst vor Kurzem in Südkorea.
In einem Leitartikel hat die staatseigene chinesische Zeitung Global Times vor den drastischen Konsequenzen einer US-Intervention in Nordkorea gewarnt. Dies hätte eine militärische Reaktion Chinas zur Folge. Stattdessen sei eine diplomatische Lösung nötig.

Die chinesische Zeitung Global Times, die zu Renmin Ribao, der Parteizeitung der Kommunistischen Partei Chinas, gehört, hat einen Leitartikel veröffentlicht. In diesem warnt das Blatt die US-amerikanische Regierung davor, die Korea-Krise militärisch zu eskalieren. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel sei derzeit sehr gefährlich. Jederzeit könne eine "Notlage" eintreten. 

Gemeinsames Landemanöver südkoreanischer und US-amerikanischer Streitkräfte westlich von Seoul.

Der namentlich nicht gekennzeichnete Kommentar dürfte die offizielle Position der chinesischen Regierung widerspiegeln. Peking nutzt oft Leitartikel in regierungsnahen Zeitungen, um wichtige Botschaften zu übermitteln.

China übt Kritik an beiden Seiten im Konflikt

Es gibt, so betont Global Times, erhebliche Unterschiede zwischen den US-amerikanischen und den chinesischen Lösungsvorschlägen hinsichtlich der Problematik. Einerseits übe China diplomatischen Druck auf Nordkorea aus, Pjöngjang würde darauf aber nicht reagieren. Andererseits plädiere Peking für eine Politik der "doppelten Suspension" - also für den Stopp sowohl der nordkoreanischen Atomtests als auch der umfangreichen südkoreanischen und US-amerikanischen Militärübungen vor Koreas Küste. Die anderen Staaten würden aber der chinesischen Regierung kein Gehör schenken.

Der Leitartikel kritisiert die übrigen beteiligten Parteien, da diese nur ihre eigenen Agenden verfolgen würden. Zudem hätten sie unterschiedliche Erwartungen an die chinesische Regierung.

Daher müsse China zukünftig vorsichtiger handeln. Peking werde handeln, wie es handeln müsse, und nicht etwas unternehmen, das es nicht möchte oder wozu es nicht in der Lage ist. Der Artikel enthält auch eine Warnung an die nordkoreanische Regierung. Die Nuklearaktivitäten Nordkoreas dürften nicht die Sicherheit und Gesundheit der chinesischen Bevölkerung im Grenzgebiet zu Nordkorea bedrohen. Sollte Nordkorea diese Linie überschreiten, sei jede Reaktion vonseiten Chinas möglich. 

Peking definiert rote Linien in beide Richtungen

Die chinesische Regierung könne in so einem Fall beispielsweise den Export von Erdöl nach Nordkorea drosseln. Dies hätte für die nordkoreanische Industrie katastrophale Folgen. 

USA trainieren in Japan Massenmobilmachung gegen Nordkorea

Die Zeitung wirft andererseits den Vereinigten Staaten und Südkorea vor, selbst zur "Besessenheit Pjöngjangs von dessen Nuklearprogramm" beigetragen zu haben. Washington müsse dies bedenken und von militärischen Schritten absehen, sonst drohe Krieg auf der koreanischen Halbinsel. 

"Wir werden Regime Change nicht tatenlos hinnehmen"

Im Leitartikel sind klare rote Linien für den Fall einer möglichen US-Intervention gegen Nordkorea beschrieben. Sollte das US-Militär gezielt nur die nordkoreanischen Nuklearanlagen angreifen, werde sich Pekings Reaktion auf diplomatische Kanäle beschränken.

Im Falle eines Bodenkrieges südkoreanischer und US-amerikanischer Einheiten mit der Absicht, das "Pjöngjang-Regime" zu stürzen, werde China jedoch Alarm schlagen und sofort militärisch aufstocken. 

Peking wird niemals sich zurücklehnen und zusehen, wie ausländische Militärkräfte das Pjöngjang-Regime stürzen.

Peking lehne sowohl Nordkoreas Nuklearprogramm als auch einen gewaltsamen Regime Change auf der koreanischen Halbinsel ab. China besitze jetzt wie nie zuvor die Kraft, seine eigene Agenda zu verfolgen, ohne gegenüber ausländischen Mächten nachgeben zu müssen. Dies sei die grundlegende Haltung, die Unterstützung bei Millionen Chinesen finde.