CDU-Außenexperte Röttgen zum Konflikt USA-Nordkorea: Deutschland kann nichts tun

CDU-Norbert Röttgen im Jahr 2012
Norbert Röttgen auf dem CDU-Parteitrag am 30. Juni 2012.
Mit einer mäßigenden Rhetorik reagiert der Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses Norbert Röttgen auf Washingtons Muskelspiele vor der Koreanischen Halbinsel. Vonseiten Deutschlands und der EU sieht er keinen Handlungsbedarf.

Der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen setzt angesichts der verschärften Spannungen auf der koreanischen Halbinsel auf eine gemeinsame diplomatische Offensive aus Washington und Peking. Deutschland nimmt er nicht in die Verantwortung.

Der Schlüssel zur Eindämmung der nordkoreanischen Nuklearambitionen liegt in einem amerikanisch-chinesischen Zusammenwirken", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags gegenüber dpa in Berlin.

Die USS Carl Vinson, 9. April 2017.

Die Luftangriffe der USA in Syrien und Afghanistan sowie die Entsendung eines Flottenverbandes in die Nähe von Korea zeigten, dass US-Präsident Donald Trump militärische Mittel sehr gezielt einsetzt auch als ein Teil der Außenpolitik.

Europa und Deutschland könnten derzeit im Konflikt mit Nordkorea zur Vermittlung "so gut wie nichts" tun, sagte Röttgen. Deutsche und Europäer sollten aber versuchen, die jüngste Entwicklung der US-Regierung hin zu einem stärkeren friedenserhaltenden Engagement zu unterstützen.

Das heißt aus meiner Sicht dann etwa auch, an der Stelle konstruktiv zu sein, wo die USA sagen, auch die Europäer müssen mehr Verantwortung übernehmen, führte Röttgen an.

Dies gilt vor allem für die eigene europäische Sicherheit, sagte Röttgen. Trump fordert eine stärkere finanzielle Beteiligung der Europäer an den Kosten der NATO.

Angesichts der Sorge vor einer Eskalation und einem militärischen Eingreifen der USA in Nordkorea sagte Röttgen:

Jede Form von einseitigen und vor allem einseitig-militärischen Maßnahmen kann ich mir nicht vorstellen.

Amphibische Kriegsschiffe der US-Marine vor der Küste der koreanischen Halbinsel, 8. März 2016.

Das hat vor allem Bestand, weil es eine Zweitschlagfähigkeit Nordkoreas zu Lasten Südkoreas gibt. Darum gibt es hier keine militärische Option, so Röttgen.

Zwar hat Trump möglicherweise aus symbolischen Gründen einen Flugzeugträger-Verband in die Nähe der koreanischen Küste geschickt, sagte der CDU-Politiker. Er sei aber sicher, dass dem US-Verteidigungsministerium und dem Sicherheitsberater Trumps klar ist, dass es für Nordkorea nur eine politische Lösung gibt. Und die gibt es am Ende nur mit China.

Das aggressive Gebaren der USA gegenüber Nordkorea unmittelbar nach den illegitimen Raketenschlägen gegen die militärische Luftbasis der syrischen Armee, gepaart mit Kampfrhetorik aus Pjöngjang, löste weltweit beinahe panische Stimmungen aus.

Die Zahl der Suchanfragen in der Suchmaschine Google über einen Drittem Weltkrieg erreichte ein Rekordhoch unter dem Eindruck des Konflikts mit Nordkorea, meldete der Analytik-Dienst Google Trends.

 

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