Zuspitzung in Ostasien: USA verlegen zwei weitere Flugzeugträger vor die Küste Nordkoreas

Zuspitzung in Ostasien: USA verlegen zwei weitere Flugzeugträger vor die Küste Nordkoreas
Die USS Carl Vinson, 9. April 2017.
Droht ein neuer Korea-Krieg? Während Nordkorea nach einem gescheiterten Raketenstart am Sonntag weitere Tests ins Auge fasst, verlegen die USA weitere Einheiten der Kriegsmarine vor die koreanische Küste.

Die südkoreanische Regierung gab bekannt, dass die USA drei Flugzeugträger vor die koreanische Halbinsel verlegt haben. Die Maßnahmen seien eine Antwort der Amerikaner auf die erneuten Raketentests der Nordkoreaner. Obwohl mehrere Raketentests Nordkoreas in jüngster Zeit gescheitert waren, befürchten Experten, dass Pjöngjang bald in der Lage sein wird, nukleare Sprengköpfe auf Langstreckenraketen zu montieren.

Am 25. April soll nun die CVN-70 Carl Vinson in Südkorea eintreffen. Beobachter erwarten zudem, dass auch die CVN-76 Ronald Reagan, derzeit noch im japanischen Yokosuka stationiert, und die 68 Nimitz Flugzeugträgergruppe zeitnah in japanischen Gewässern eintreffen werden, um möglichen Agressionen begegnen zu können. 

Seoul will eigenes Raketenarsenal ausbauen

Südkorea nahm derweil die Massenproduktion von ballistischen Raketen auf. Diese bedienen zwei Arten von Abschussmöglichkeiten: schräge und vertikale. Die Raketen werden auf Fregatten montiert. Im Jahr 2019 werden diese neuen Raketen voraussichtlich einsatzbereit sein. Derzeit verfügt Südkorea über Bodenraketen, die eine Reichweite von 300 Kilometern aufweisen. 

Amphibische Kriegsschiffe der US-Marine vor der Küste der koreanischen Halbinsel, 8. März 2016.

Am Sonntag ist der jüngste Raketentest der Nordkoreaner misslungen. Am Samstag hatte Pjöngjang den "Tag der Sonne" zelebriert, der alljährlich das Geburtstagsjubiläum des Gründungsvaters der Republik, Kim Jong-il markiert. Militärparaden füllten die Straßen und 200 internationale Journalisten durften dem Spektakel beiwohnen. Zuvor hatten Experten gewarnt, dass es im Zuge der Feierlichkeiten zu neuen Raketentests kommen könnte. US-Vizepräsident Mike Pence landete nur kurz nach dem jüngsten Fehlversuch in Südkorea, um seine Truppen und die südkoreanische Regierung der Unterstützung vonseiten der US-amerikanischen Regierung zu versichern. 

Den Großteil ihrer künftigen Militärausgaben wollen die Südkoreaner in militärische Satelliten, Raketenschutzschilder, verbesserte Raketensysteme und Frühwarnsysteme investieren. 

Planen die USA weitere militärische Machtdemonstration?

Das Aufgebot an amerikanischen Kriegsschiffen vor den Küsten der asiatischen Verbündeten lädt zu Reminiszenzen an die jüngsten Angriffe auf eine syrische Militärbasis und in Afghanistan ein. In Afghanistan testeten die USA die sogenannte "Mutter aller Bomben" (MOAB), um Kämpfer des Islamischen Staats zu töten und in Syrien regnete es amerikanische Raketen als Vergeltung auf einen Giftgasaustritt im Zusammenhang mit Luftangriffen auf Rebellen, für welchen die Amerikaner trotz mangelhafter Beweislage die Regierung Assads verantwortlich machten. 

Russland warnte die USA, dass Nordkorea nicht mit Syrien vergleichbar sei. Obwohl Experten davon ausgehen, dass ein amerikanischer Angriff auf die Atomwaffennation Nordkorea angesichts der zu erwartenden katastrophalen Folgen schier unmöglich erscheint, verschärft sich der Ton zwischen den verfeindeten Parteien zusehends. Nordkorea sieht sich gewappnet, um auf jede amerikanische Aktion mit einer Reaktion zu erwidern. 

Bekannt wurde die Carl Vinson durch das Begräbnis Osama Bin Ladens. Im Jahr 2011 wurde die Leiche des bei einer Kommandoaktion getöteten Terrorpaten vom Deck des Schiffes aus ins Meer gelassen.