Pence unter japanischen Kirschblüten: Krieg oder Frieden mit Nordkorea?

Pence unter japanischen Kirschblüten: Krieg oder Frieden mit Nordkorea?
US-Vizepräsident Mike Pence und der japanische stellvertretende Premierminister Taro Also während eines offiziellen Treffens mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe; Japan, Tokio 18. April 2017.
Pence wetterte das Ende der Ära der Geduld herbei, Trump beschwor herauf, dass die USA mit und ohne China eine Lösung für Nordkorea fänden, um dieses von seinen Atomwaffen abzubringen. Jetzt gibt es in Japan wieder Töne einer friedlichen Lösung. Ein Spiel von Krieg und Frieden zu Zeiten der japanischen Kirschblüte.

Im japanischen Tokio blühen die letzten Kirschblüten, bevor der Zauber des Frühlings vorbei ist. Die „Sakura“ (Kirschblütenzeit) hat in der japanischen Geschichte auch immer eine Bedeutung für Krieg und Frieden gehabt. Den gefürchteten Kamikaze-Piloten machten sie Mut, sich für die nationalistischen Ideale ihres Landes zu opfern. Sie sind das Symbol des Lebens und der Wiedergeburt.

Heute traf Mike Pence, der US-Vizepräsident in Tokio ein. Neben einer Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit geht es vornehmlich um Krieg oder Frieden und eine gemeinsame Linie gegen die gefürchtete Atommacht Nordkorea. Zuvor hatte er zum Osterfest amerikanischen Truppen Mut gemacht und der südkoreanischen Regierung seinen Zuspruch einer harten Hand gegen Nordkorea versprochen. In Tokio verhallten, nach Drohgebärden der USA, die Kriegstöne wieder und die USA ziehen auch eine friedliche Lösung in Erwägung.

Bildquelle: US Army

Nach Raketentests Pjöngjangs, die auch US-Stützpunkte in Japan ins Visier nahmen, sieht sich Japan in einer neuen Rolle, die sich der der USA anlehnt. Die mögliche Opferrolle Japans ermöglicht es ihnen, die Aufrüstung voranzubringen und international mitzuwirken. Noch behindert die japanische Verfassung einen Kriegseintritt. Artikel 9 der Verfassung ist ein Überbleibsel vom Ende des Zweiten Weltkriegs, mit dem die Amerikaner ein Wiedererstarken Japans verhindern wollten. Nun sind es wieder die Amerikaner, die die Japaner in eine neue Richtung lenken und ihre Aufrüstung unterstützen. In Japan wurde die Bevölkerung bereits in Übungen auf einen möglichen Raketenangriff vorbereitet. 

Pence sagte während einer Pressekonferenz in Tokio:

Wir nehmen die schwierige Zeit wahr, in der die Menschen Japans mit immer mehr Provokationen quer über die japanische See hinweg leben. Wir stehen 100 Prozent hinter ihnen.

Wie die vorherigen Regierungen hofft auch Trump auf die Unterstützung Chinas im Hinblick auf Nordkorea. Obwohl der diplomatische Einfluss der Chinesen auf Nordkorea gering sein mag, herrscht Einigkeit darüber, dass China seinen Nachbarn und ehemaligen Verbündeten wirtschaftlich in die Knie zwingen kann. Ohne den Handel mit China ist eine weitere Existenz Nordkoreas kaum möglich.

Kim Jong-Un raucht eine Zigarette in der Kommandozentrale nach dem Start einer Unha-3 Rakete; Nordkorea, Pjöngjang, 12. Dezember 2012.

Im Jahr 1912 schenkten die Japaner den USA 3.000 Kirschbäume als Zeichen der Freundschaft und politischen Verbundenheit. Damals wurde William Howard Taft zum Präsidenten gewählt. Mit der Kirschblüte wird auch den Kamikaze-Piloten des Zweiten Weltkriegs gedacht. Die Piloten schmückten ihre Uniformen mit Sakura-Zweigen und malten Kirschblüten auf die Rümpfe ihrer Kampfflugzeuge.

Japan, China und die USA sind sich einig, dass ein nukleares Nordkorea keine Option ist. Nordkorea warnte, dass jeden Moment ein nuklearer Krieg ausbrechen könnte. Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson forderte von Japan und Südkorea, ihren Streit um die sogenannten Trostfrauen, Zwangsprostituierte des japanischen Militärs im Zweiten Weltkrieg, beizulegen, um eine gemeinsame Allianz gegen Nordkorea ins Leben zu rufen. Eine wirkliche Lösung aller betroffenen Parteien ist noch nicht in Sicht. Die USA warten auf ein Zeichen von China. 

ForumVostok