US-Vizepräsident beendet die "Ära der Geduld" mit Nordkorea und hofft auf die Chinesen

US-Vizepräsident beendet die "Ära der Geduld" mit Nordkorea und hofft auf die Chinesen
US-Vizepräsident Mike Pence spricht während einer Pressekonferenz in Seoul; Südkorea, 17. April 2017.
Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence befindet sich auf seiner Asientour und erklärte die "Ära der strategischen Partnerschaft mit Nordkorea" für beendet. Es wird erwartet, dass er den Japanern den ungebrochenen Rückhalt der Amerikaner im Kriegsfall gegen Nordkorea zusprechen wird.

Der US-Vizepräsident Mike Pence befindet sich derzeit auf einer 10-tägigen Asienreise. Sein erster Stopp galt, angesichts der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel, Südkorea. Seine Ankunft wurde von Pjöngjang mit einem erneuten Raketentest begrüßt. Dieser aber schlug fehl. Der Raketentest bestätigte die Trump-Regierung in ihrer Linie gegen Nordkorea, die sich durch ein "Ende der Geduld" beschreiben lässt. Zu Ostern sprach Pence seinen Truppen Mut zu und legte einen Kranz auf dem nationalen Friedhof Seouls nieder. 

Der US-Vize setzt auf die Hilfe der Chinesen, um Druck auf Nordkorea auszuüben. Trump gab am Sonntag bekannt, dass eine Zusammenarbeit zwischen seinem Land und China im Hinblick auf Nordkorea im Gange sei.

Mike Pence:

Die Ära der strategischen Geduld ist vorbei. Präsident Trump hat deutlich gemacht, dass die Geduld der Vereinigten Staaten und ihrer Alliierten in dieser Region erschöpft ist, und wir Veränderung sehen wollen. Wir wollen sehen, dass Nordkorea sich von seinem rücksichtslosen Pfad verabschiedet, Nuklearwaffen zu entwickeln. Und auch dessen ununterbrochener Gebrauch und Test von ballistischen Raketen ist inakzeptabel.

Ein US-Soldat studiert eine Karte; Latvia, 6. September 2016.

Die Asienreise von Pence wird in Japan, Indonesien und Australien fortgesetzt. Es wird erwartet, dass er den Japanern im Kriegsfall mit Nordkorea die Unterstützung der USA zusichert. Die Regierung Trumps ist sich einig, dass die vergangenen 20 Jahre an geduldiger Politik gegenüber Nordkorea erschöpft seien. Im Zuge der Raketentests und Drohungen hatten Südkorea und die USA entschieden, das umstrittene THAAD-System aufzustellen. Bereits die Teillieferung des THAAD-Systems hatte zu wirtschaftlichen Repressalien Chinas gegenüber Südkorea geführt. Dennoch gaben der südkoreanische Übergangspräsident Hwang Kyo Ahn und Mike Pence heute bekannt, dass sie an der Aufstellung des umstrittenen THAAD-Systems, trotz der Spannungen zwischen China und Südkorea, festhalten werden. China fürchtet, dass dieses zur Spionage gegen ihr Land genutzt werden könnte.

Die USA hatten ihren Flottenverband mit dem US-Flugzeugträger “USS Carl Vinson” entsandt. Dieser sollte am Wochenende nahe der koreanischen Halbinsel Stellung nehmen.

Ein nordkoreanischer Soldat nimmt die Flaggen in Inspektion, die zur Feier der Eröffnung eines neuen Wohnkomplexes wehen sollen; Nordkorea, Pjöngjang, 13. April 2017.

Bei dem Besuch der DMZ fühlte sich Pence an seine persönliche Geschichte erinnert. Edward Pence, sein Vater, kämpfte an der Seite der Südkoreaner im Koreakrieg (1950-53). Am Samstag beging Nordkorea den "Tag der Sonne", zu Ehren des Geburtstags des Gründungsvaters Kim Il-sung, dem Großvater Kim Jong-uns. Experten hatten gewarnt, dass es im Zuge der Feierlichkeiten zu erneuten Aggressionen und Machtdemonstrationen der Nordkoreaner kommen könnte. Rund 28.500 US-Soldaten sind derzeit in Südkorea stationiert. Donald Trump hatte gedroht, dass die USA mit oder ohne Chinas Unterstützung das Problem Nordkorea selbst lösen würden. 

(dpa/ rt deutsch)

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