Nordkorea protzt mit neuen Raketen und warnt USA vor "militärischer Hysterie"

Nordkorea protzt mit neuen Raketen und warnt USA vor "militärischer Hysterie"
Nordkorea hat den USA mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht, sollten sie ihre Provokationen gegen das asiatische Land nicht einstellen. Die "militärische Hysterie" der Regierung von Präsident Donald Trump habe eine "gefährliche Phase erreicht". Gleichzeitig präsentierte das Land selbst neue Waffen.

Die nordkoreanische Staatsführung versammelte sich in der Hauptstadt Pjöngjang, um mit einer Militärparade des 105. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung zu gedenken. Dort präsentierte Nordkorea offenbar neue Langstrecken- und U-Boot-gestützte Raketen. Derweil nahm ein nukleargetriebener US-Flugzeugträger samt Flottenverband weiter Kurs auf die Region.

Der amerikanische Flugzeugträger USS Carl Vinson im Pazifischen Ozean, 30. Januar 2017.

Bei der traditionellen Militärparade am "Tag der Sonne" zu Ehren des Großvaters des aktuellen Regierungschefs marschierten Tausende Soldaten, begleitet von Militärkapellen, über den zentralen Platz der Hauptstadt des international nahezu völlig isolierten Landes. Über ihre Köpfe hinweg flogen einmotorige Propellerflugzeuge in Formation, während die Armee Panzer und schwere Geschütze auffuhr.

Nach Einschätzung von Waffenexperten wurden dabei auch neue Interkontinentalraketentypen präsentiert. Erstmals auf der Parade gezeigt wurden zudem Pukkuksong-Raketen, die von U-Booten aus abgefeuert werden und eine Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern haben. Nordkorea hat den USA mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht, sollten sie ihre Provokationen gegen das kommunistisch regierte Land nicht einstellen. 

Die "militärische Hysterie" der Regierung von Präsident Donald Trump habe eine "gefährliche Phase erreicht, die nicht länger übersehen werden kann", hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Samstag. "Unsere härtesten Gegenmaßnahmen gegen die USA und ihre Vasallen-Kräfte werden in einer solch gnadenlosen Weise ergriffen, dass sie ein Überleben der Aggressoren nicht zulassen."

Parallel dazu wurde das rhetorische Säbelgerassel zwischen den USA und Nordkorea lauter, was Sorgen schürte, dass die Krise eskalieren könnte. Weltweit belastete das auch das Börsengeschehen. Befürchtet wurde insbesondere, dass Kim Jong Un den höchsten Feiertag des Landes für einen weiteren Raketen- oder gar Atomtest nutzen könnte. Nordkoreas letzter wichtiger Verbündeter China rief daher im Vorfeld zur Zurückhaltung auf.

Die Volksrepublik lehnt Nordkoreas hochumstrittenes Atomprogramm ab und unterstützt UN-Sanktionen, die wegen der diversen Tests gegen den Nachbarn verhängt wurden. An der Militärparade am Samstag schien zudem anders als bei anderen Veranstaltungen dieser Art kein hochrangiger chinesischer Regierungsvertreter teilgenommen zu haben.