Drohender Krieg auf der koreanischen Halbinsel: China knickt ein, USA rüsten auf

Drohender Krieg auf der koreanischen Halbinsel: China knickt ein, USA rüsten auf
Ein Lkw mit Kohle beladen befährt eine Strasse der "Ökonomischen Kooperationszone Helong Frontier" zwischen China und Nordkorea in der Nanping Jilin Provinz; China, 27. März 2017.
China macht ernst mit seinen Kohlesanktionen gegen Nordkorea und kauft stattdessen in den USA. Xi Jinping muss einen Handelskrieg vermeiden, wenn er an der Macht bleiben will. Die USA verlegen täglich mehr Kriegsgerät in die Region und Nordkorea droht mit Krieg.

Am Montag warnte Nordkorea, dass es auf jede militärische Aggression eine Antwort bekommen werde. Damit reagiert die Regierung in Pjöngjang auf die Ankündigung der Amerikaner, ihren 97.000 Tonnen schweren Flugzeugträger USS Carl Vinson an die Küste der koreanischen Halbinsel zu verlegen.

Die "rücksichtslosen Aktionen für eine Invasion haben eine ernste Phase erreicht", erklärte das nordkoreanische Außenministerium am Dienstag und drohte militärische Gegenmaßnahmen an:

"Wir betteln niemals um Frieden, sondern werden härteste Gegenschläge gegen die Provokateure unternehmen, um uns mit machtvoller Waffengewalt zu verteidigen."

Das kürzlich stattgefundene Treffen zwischen dem US-Präsidenten Trump und Xi Jinping in Florida soll Nordkorea als Fokus gehabt haben. Allerdings wurde das Thema überlagert von dem Abwurf von US-Bomben auf Syrien. Die USA erhoffen sich von China eine klare Stellungnahme gegen Nordkorea und eine gemeinsame Linie mit den USA.

Am 26. Februar hatte China bereits bekannt gegeben, dass nordkoreanische Kohleimporte gestoppt werden. Dutzende Schiffe sollen es gewesen sein, die jetzt zurück nach Nordkorea geschickt wurden mit einer Ladung von 600.000 Tonnen Kohle. Weitere Lieferungen von 2 Millionen Tonnen nordkoreanischer Kohle lägen bereits in chinesischen Häfen brach und warteten darauf, wieder nach Nordkorea zurückgeholt zu werden.

Doch dies ist den Amerikanern nicht genug. Am Montag traf eine Delegation aus Peking in Seoul ein, um sich mit den Südkoreanern bezüglich der angespannten Lage zu beraten. Die koreanische Halbinsel beschäftigt nach dem Überraschungsangriff Trumps in Syrien auch eine neue Sorge, die eines unkalkulierbaren US-Partners.

Ein US-Soldat bestückt eine M270A1 (mehrfaches Raketenabschusssystem) mit Raketen, im Rahmen einer Trainingsübung nahe der Demilitarisierungszone

Es fehlt der Mittelsmann zur Deeskalation der Lage

China verstand sich immer als Mittelsmann, um eine Eskalation zu verhindern. Aber dieser Rolle will Peking nicht mehr gerecht werden. Die Pufferzone Nordkoreas, der Erhalt dieses Status-Quo ist auf der Kippe. Die einst gemeinsame Handelszone "Ökonomische Kooperationszone Helong Frontier" liegt brach. Die Kooperation zwischen China und Nordkorea scheint nicht mehr zu funktionieren.

Gebäude sind nicht fertigstellt und Journalisten berichten von nur geringen Aktivitäten. China bereitet sich präventiv auf einen Zusammenbruch Nordkoreas vor und hat bereits Truppen an die Grenzen zum Nachbarland verlegt, aus Angst vor einer Massenflucht Richtung China. 

Öffentlich verurteilt China die nordkoreanischen Nuklearwaffenabmitionen, die Kohleimporte waren als ein vorsichtiger Schritt auf Washington gewertet worden, aber die Amerikaner zeigten sich bisher als kompromisslose Gesprächspartner.

Die neue Regierung Südkoreas will, sobald diese gewählt wird, eine solche Rolle übernehmen. Politiker und Land fühlen sich schon jetzt ausgeschlossen. Das US-Thaad System in Südkorea hat einen Keil zwischen China und Südkorea getrieben, welche den Handel der beiden Wirtschaftspartner unterbindet und diplomatische Lösungen erschwert. Die amerikanische Luftwaffe mit F-16 Maschinen und U-2 Aufklärungsflugzeugen bestimmen derweil den koreanischen Luftraum und spionieren die Nordkoreaner aus. Aber jede Aktivität der Amerikaner beäugen die Chinesen mit gemischten Gefühlen und fürchten sich vor Spionage gegen Peking. 

Nordkorea bereit, auf alle Provokationen der USA zu reagieren (Symbolbild)

Amerikanische Kohle, statt Nordkoreanischer Lieferungen

Ersatz für die fehlende Kohle kommt nun aus den USA. Während es zwischen 2014 und 2016 keine Lieferungen gab, waren es Ende Februar schon 400.000 Tonnen. Donald Trump will der strauchelnden Kohleindustrie der USA helfen und in China tut sich angesichts der neuen Sanktionen gegen Nordkorea ein neuer Markt auf. Das Treffen zwischen den beiden Mächten unter den Palmen Floridas wurde als ein Beginn einer neuen Freundschaft bezeichnet.

Xi Jinping lud Trump nach China ein. Der chinesische Präsident braucht eine positive Beziehung zu den USA, ohne sich den Vorstellungen Trumps zu beugen. Im Herbst diesen Jahres findet ein kommunistischer Parteienkongress statt, bei welchem Xi Jinping seine Partei von einer weiteren fünfjährigen Amtszeit seiner Person überzeugen muss. Am Wichtigsten ist es Jinping derzeit einen Handelskrieg zwischen den USA und China zu vermeiden, denn dieser könnte ihn sein Amt kosten. 

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