Nach Trumps Bomben auf Syrien: Südkoreaner fürchten neuen Krieg auf der Halbinsel

Nach Trumps Bomben auf Syrien: Südkoreaner fürchten neuen Krieg auf der Halbinsel
Ein US-Soldat bestückt eine M270A1 (mehrfaches Raketenabschusssystem) mit Raketen, im Rahmen einer Trainingsübung nahe der Demilitarisierungszone "DMZ", die Nord- und Südkorea trennt; Südkorea, Cheorwon, 9. März, 2016.
Trump wollte mit seinem Überraschungsangriff auf einen syrischen Militärstützpunkt Stärke zeigen und eine Botschaft an Nordkorea und den Iran senden. Aber die Südkoreaner fürchten sich vor einem Alleingang der USA gegen Nordkorea, der sie in einen Atomkrieg stürzen könnte.

Der Überraschungsangriff Trumps auf die syrische Militärbasis in der vergangenen Woche macht die Südkoreaner nervös. Sie sehen sich mit einem unkalkulierbaren Risiko konfrontiert. Es sollte eine Demonstration der Macht Trumps sein, die die Botschaft eines starken und unnachgiebigen Amerikas in die Welt schickt. Südkoreanische Politiker sind sich einig, dass die Amerikaner vor weiteren Schritten gegen Nordkorea zunächst sie konsultieren müssen.

Ehemaliger US-General:

Der vom südkoreanischen Volk favorisierte Kandidat Moon Jae-in, von der demokratischen Partei Koreas (DPK), sagte, dass jede Handlung Washingtons eine direkte Auswirkung auf die koreanische Halbinsel habe. Moon spricht sich von einer Abkehr des amerikanischen Diktats aus. Er ist ein Kritiker des THAAD-Systems, welches bereits in Teilen nach Südkorea geliefert wurde und zu wirtschaftlichen und diplomatischen Repressalien durch China führte. Die Chinesen befürchten, dass das System zu Spionagezwecken gegen China genutzt werden könnte. Moon:

Südkorea sollte im Besitz des nordkoreanischen Problems sein und sollte die Führung übernehmen, um damit umzugehen und es nicht durch Nachbarländer, wie die USA und China managen lassen. Die USA spricht von zahlreichen Möglichkeiten in Bezug auf ihre Aktionen der Konfrontation gegen Nordkorea. Die USA müssen aber zunächst Südkorea konsultieren, egal was sie vorhaben.

Nach dem letzten Raketentests Nordkoreas, entzogen sich die Amerikaner einer Reaktion. Sie hätten schon genug zu den Aggressionen der Nordkoreaner gesagt. 

Das Treffen zwischen Trump und Xi Jinping am vergangenen Donnerstag und Freitag sollte ein historisches Treffen werden. Aber kurz vor dem gemeinsamen Abendessen in Trumps Florida Resort Mar-a-Lago, gab Trump den Startschuss für seine Machtdemonstration in Syrien. Das Treffen führte in Folge zu keiner bahnbrechenden Lösung in Bezug auf Nordkorea. Rex Tillerson gab daraufhin am Freitag bekannt, dass die Position Nordkoreas zunächst geändert werden müsse, bevor es zu einem Dialog und einer Diskussion mit dem Land kommen könne. China verstand sich bisher als Mittelsmann, der sich der Deeskalation im Konflikt um Nordkorea bemüht, um einen Status-quo in der Region beizubehalten. 

USA verlegen Marine-Kampfverband in Richtung Korea

Experten sehen einen Schlag gegen Nordkorea als unrealistisch und umkalkulierbares Risiko an, denn ungleich Syriens, hat Nordkorea nukleare Kapazitäten, die einen US-Angriff erschweren. Auch die so sehr herbeigesehnte Koalition des amerikanischen Außenministers zwischen den USA, Japan und Südkorea ist noch nicht Realität geworden. Der japanische Premierminister Abe glaubt in Trump einen neuen Verbündeten gefunden zu haben. Abe und Trump sehen sich in der Bedrohung Nordkoreas geeint und ebenfalls in Chinas Territorialansprüchen im Südchinesischen Meer. Aber eine neue Regierung Südkoreas könnte eine Abkehr von der Präsenz des Amerikanischen Militärs herbeiführen wollen. 

Der Sprecher der südkoreanischen Verteidigungsministeriums, Moon Sang-kyun mahnte an, dass der April ein Monat der Jubiläen in Nordkorea sei, der die Nordkoreaner zu weiteren Raketentests beflügeln könnte.

Die Partei Abes, die "Liberal Democratic Party“ (LDP), fordert nun ebenfalls ein THAAD-System, um sich vor einem nordkoreanischen Angriff zu schützen. Die Raketentests Nordkoreas am 6. Mai galten, so die Regierung Pjöngjangs, einem Test, der sich gegen einen amerikanischen Stützpunkt an Japans Westküste richtete. Neben THAAD, will Japan selbst aufrüsten und hat einen Erstschlag zur Debatte gebracht. Doch Paragraph 9 der japanischen Konstitution verbietet einen solchen, wenn es sich nicht um einen Verteidigungsschlag handelt. Der Paragraph, der den Konservativen Japans ein Dorn im Auge ist, ist ein Überbleibsel vom Ende des Zweiten Weltkriegs, mit welchem die Amerikaner verhindern wollten, dass Japan wieder zu einer Kriegsmacht erstarkt.

Kim Jong-Un raucht eine Zigarette in der Kommandozentrale nach dem Start einer Unha-3 Rakete; Nordkorea, Pjöngjang, 12. Dezember 2012.

Die Chinesen sehen die Entwicklung Japans mit Besorgnis. Wu Qian, chinesischer Sprecher des Ministeriums für Nationale Verteidigung:

China ist dagegen, dass irgendein Land die (nordkoreanische) Raketenangelegenheit als eine Entschuldigung nimmt, um die Sicherheit und regionale Stabilität anderer Länder zu kompromittieren.

Washington begrüßt die japanischen Ambitionen ihre militärischen Kapazitäten auszubauen.

Am Montag trafen Regierungsangehörige Chinas in Südkorea ein, um über Nordkorea zu sprechen. Die Südkoreaner befürchten von den Gesprächen zwischen China und den USA in Bezug auf Nordkorea ausgeschlossen zu sein. Gemeinsam warnten sie, dass weitere Raketentests der Nordkoreaner zu einer Reaktion Chinas und Südkoreas führen würde. Die Einigkeit Chinas und Südkoreas in diesem Punkt, lässt die Südkoreaner auf ein Ende der wirtschaftlichen Repressalien gegen Südkorea hoffen. 

Die Amerikaner schickten bereits einen Flugzeugträger und Kriegsschiffe Richtung Nordkorea.

Bei den "IIHF" Weltmeisterschaften der Hockey-Damen vereinten sich Nord- und Südkoreanische Sportlerinnen, um für ein Bild in der Mission Frieden zu posieren. Sie hielten die "White Card" hoch, eine weltweite Aktion, die Athleten zu Botschaftern des Friedens macht.