Amphibische Kriegsplanung in Südkorea: Internationale Konferenz für Marine-Operationen

Amphibische Kriegsplanung in Südkorea: Internationale Konferenz für Marine-Operationen
Ein südkoreanisches Kriegsschiff nimmt an einem Manöver gegen U-Boote teil; Südkorea, Seoul, 5. August 2010.
Südkorea richtet erstmals eine Konferenz zur amphibischen Kriegsführung aus. Hochrangige Militärvertreter aus über 20 Nationen beraten über Strategien und Neuerungen. Für den Fall einer Eskalation gegen Nordkorea hofft Seoul auf ein internationales Netzwerk.

Das jährliche Pacific Amphibious Leaders Symposium (PALS) beginnt an diesem Wochenende in der Hauptstadt Seoul sowie in Pohang und Ganghwa. Es wird sich über fünf Tage erstrecken. Pohang und Ganghwa sind strategisch wichtige Stützpunkte für die südkoreanische Marine. Es ist das erste Mal, dass dieses Treffen hochrangiger Marine-Militärs außerhalb der USA stattfindet. Schauplätze vorhergehender PALS-Konferenzen waren unter anderem Hawaii und Kalifornien.

Gefährliche Ladung: Drei 500-Pfund-Bomben warten darauf, auf eine US-Drohne geladen zu werden. Amerikanischer Stützpunkt Kandahar, Afghanistan, 9. März 2016.

Die Veranstalter erwarten mehr als 200 Teilnehmer, daunter solche aus den USA, Australien, den Philippinen, Thailand, Malaysia und zwanzig anderen Ländern der Region mit Interesse an Operationen mit Amphibien-Fahrzeugen. Mehr als 60 der Teilnehmer haben die Ränge von Generälen inne, weitere zehn sind führende Kommandeure von US-amerikanischen Marine-Einheiten. Seoul möchte die internationalen Marine-Vertreter bei diesem Treffen auch in die Pläne der südkoreanischen Marine einweihen. Ein Besuch der so genannten DMZ, der Demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea, ist ebenfalls Teil des Programms. Das Ziel Südkoreas ist es, als Gastgeber der Konferenz internationale Verbindungen aufzubauen, die es im Kriegsfall mit dem Norden nutzen kann.

Die amphibische Kriegsführung ist Korea auf eine traurige Weise vertraut. Die nordkoreanische Armee löste am 25. Juni 1950 den Krieg aus, indem sie den 38. Breitengrad und überschritt und am 28. Juni Seoul eroberte. Es folgte die so genannte Operation Chromite, die auch als Landung in Incheon bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine amphibische Invasion, die damals den Vereinten Nationen zum Erfolg verhalf. Nach zwei Wochen konnten die in ihrem Auftrag agierenden Truppen Seoul wieder zurückerobern.

Für amphibische Operationen werden generell neben Landungsfahrzeugen und Schwimmpanzern auch Landungstruppen, Kriegsschiffe und Unterstützung aus der Luft benötigt. Die Strategie amphibischer Kriegsführung beruht auf Überraschungseffekten durch plötzliche Kampfanlandungen und Kommandounternehmen, gefolgt von Evakuierungen von Bürgern und Soldaten, als auch der Unterstützung durch Bodentruppen.

Die USA haben sich mit ihren hierfür ausgerüsteten Marine-Truppen und ihrem Know-how zur amphibischen Kriegsführung auf Asien konzentriert. Abseits Nordkoreas konzentriert sich die US-Strategie jedoch auf chinesische Marine-Einheiten. Der leichte amphibische Tanker 63 A der Chinesen kann mit den Amerikanern mithalten. Die USA verfügen jedoch noch über die größte Streitmacht im Bereich der amphibischen Kriegsführung. Sie fürchten aber eine künftige Überlegenheit der Chinesen. 

Eine stärkere Integration auf globaler Ebene für die südkoreanischen Militärs erhofft sich die Regierung aber auch von der Publikation ihres Verteidigungskonzepts in sechs Sprachen: Englisch, Japanisch, Chinesisch, Russisch, Spanisch and Arabisch.

Und hier können Interessierte einen Blick auf die Zukunft der US-amerikanischen amphibischen Kriegsführung werfen - das Assault Amphibious Vehicle: