Taiwan hofft auf Trump und rüstet sich militärisch gegen China und die Ein-China-Politik

Taiwan hofft auf Trump und rüstet sich militärisch gegen China und die Ein-China-Politik
Die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-Wen winkt von Bord eines U-Bootes vom Typ Hai Lung (SS-794); Taiwan, Kaohsiung, 21. März 2017.
Taiwan will sich mit U-Booten und Waffen gegen Chinas Präsenz im Südchinesischen Meer wappnen und sucht Unterstützung bei den USA. Obama hatte einen Waffenhandel mit Taiwan vor Ende seiner Amtszeit gestoppt. Die Taiwaner hoffen nun auf Trump als neuen Partner.

Die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen hat große Pläne für ihr Land und gab am Dienstag bekannt die militärische Schlagkraft zu erhöhen, um China entgegen zu können. Mehr als 1.000 Raketen sollen in China bereitstehen, die auf Taiwan gerichtet sind. Hierzu wird Taiwan eine eigene U-Bootflotte bauen. Tsai Ing-wen:

Die Unterwasserfähigkeit der taiwanesischen Verteidigung zu stärken, ist mehr als notwendig. Dies ist ein Problem, welches jeder erkennt. In der Vergangenheit haben wir dies nicht lösen können. Als Kommandantin der Armee bin ich entschlossen dies zu tun.

US-Administration will Taiwan mit Waffen beliefern

Im Südchinesischen Meer kollidieren taiwanesische und chinesische Interessen. Ein noch unerschlossenes Gebiet an Bodenschätzen, durch welches zudem fünf Billionen US-Dollar an Gütern jedes Jahr passieren. Neben China und Taiwan beanspruchen Japan, Brunei, Malaysia und die Philippinen das Gebiet. Die USA sind zum Schutz der Japaner präsent und patrouillieren vor den Toren Chinas. Robert Lighthizer, Trumps Nominierter für den US-Handel, wünscht sich stärkere bilaterale Beziehungen mit Taiwan. Im Jahr 2015 stand Taiwan an neunter Stelle im US-Handel. Waren im Wert von 67 Milliarden US-Dollar wurden gehandelt.

Für die neuste U-Boot Technologie wird sich Taiwan das Know-how aus dem Ausland holen müssen. Die USA hatten angekündigt künftig bessere Waffen an Taiwan verkaufen zu wollen. Was das Waffenpaket zu welchen Konditionen beinhaltet, wird sich erst in einem Monat, nach dem Treffen Donald Trumps mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping herausstellen. In einem ersten Telefongespräch versuchte Trump die chinesischen Gemüter zu beruhigen und gab an die Ein-China-Politik Pekings zu respektieren. Seit 1949 gilt Taiwan für China als abtrünnige Provinz.

Für China ist jede Form des Waffenhandels mit Taiwan ein Affront. Ein Geschäft unter Obama, welches unter anderem die Modernisierung der F-16 Kampfflugzeuge vorsah, wurde von Obamas Regierung gestoppt.