US-Außenminister droht Nordkorea: Unsere strategische Geduld ist am Ende, bereit für Militärschlag

US-Außenminister droht Nordkorea: Unsere strategische Geduld ist am Ende, bereit für Militärschlag
Der US-Außenminister Rex Tillerson weilt dieser Tage in Tokio und wirbt für eine gemeinsame Linie gegen Nordkorea. Hierfür muss ein neues Bündnis zwischen Japan, Südkorea und den USA geschaffen werden. Dem steht jedoch auch der Streit um die “Trostfrauen“ des Zweiten Weltkriegs im Wege.

In Busan, nach Seoul die zweitgrößte Stadt Südkoreas, sitzt ein junges Mädchen auf einer Bank und blickt auf das japanische Konsulat. Sie ist aus Bronze, trägt traditionelle südkoreanische Kleidung, ihre Hände liegen in ihrem Schoß und sind zu Fäusten geballt. Eine stille Mahnung an die Japaner, sich für die Zwangsprostitution von Südkoreanerinnen, genannt “Trostfrauen“, auf japanischen Militärstützpunkten während des zweiten Weltkriegs zu entschuldigen und Entschädigung zu leisten.

Blutige Proteste nach Bekanntgabe der Amtsenthebung Parks zwischen Park-Sympathisanten und der Polizei, Südkorea, Seoul, 10. März 2017

Am Donnerstag traf der US-Außenminister Rex Tillerson in Tokio auf den japanischen Außenminister Fumio Kishida und den japanischen Premierminister Shinzo Abe. Während des Treffens forderte Tillerson von Japan den Streit um die “Trostfrauen“ mit Südkorea endlich beizulegen und sich auf die aktuelle Gefahr aus Nordkorea zu konzentrieren. Am Freitag besuchte er die Grenze zu Nordkorea. In der demilitarisierten Zone (DMZ) stehen sich nordkoreanische und südkoreanische Soldaten gegenüber. 

Am 6. März führte Pjöngjang einen Raketentest mit vier ballistischen Raketen durch. Die nordkoreanische Regierung gab an, dass dieser Test US-Stützpunkten in Japan galt. 

Die letzten Überlebenden, der einstigen 100.000 bis 300.000 “Trostfrauen“, fordern Gerechtigkeit von Japan. Die meisten der Opfer stammten aus Korea und China, aber auch aus Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Taiwan. Den Disput um die dunkle Historie der beiden Länder, sollte ein Abkommen im Dezember des Jahres 2015 beilegen. Für die Japaner stellt die Statue, die von südkoreanischen Aktivisten aufgestellt wurde, jedoch eine Verletzung des Abkommens dar.

Die "Trostfrauen-Statue" während einer antijapanischen Demonstration in Seoul; Südkorea,1. März 2017.

Die Statue erzürnte die Japaner so sehr, dass der japanische Botschafter aus Seoul und der Konsul aus Busan im Januar zurück nach Tokio beordert wurden. Ebenso sollten wirtschaftliche Kooperationen eingefroren werden. Um die Skulptur beseitigen zu lassen, wandte sich Shinzo Abe  an den ehemaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden.

Tillerson und die Trump-Regierung wollen Nordkorea weiter isolieren, um es von seinem Atomwaffenprogramm abzubringen. Während einer Pressekonferenz in Japan erklärte der US-Außenminister:

Es ist wichtig anzumerken, dass diplomatische und andere Versuche der letzten zwanzig Jahre, um Nordkorea zur Denuklearisierung zu bewegen, nicht funktioniert haben. Also haben wir zwanzig Jahre lang einen verfehlten Ansatz verfolgt.

Daher ist Tillerson ein neues Büdnis zwischen den USA, Südkorea und Japan wichtig. Der US-Außenminister sprach von der Notwendigkeit einer “starken Allianz“.

Symbolbild - Japanische Armee bei einem Artilleriemanöver, August 2016

Ob sich der Wunsch Tillersons nach einem engen trilateralen Bündnis verwirklichen lässt, wird jedoch auch vom neugewählten Präsidenten Südkoreas abhängen. Moon Jae-in, favorisierter Kandidat aus den Reihen der Demokraten, hat bereits angekündigt, dass er das Abkommen um die Zwangsprostiuierten überdenken will. Und mehr noch, er steht auch dem bereits in Teilen nach Südkorea gelieferten THAAD-Raketenabwehrsystems kritisch gegenüber. Die Lieferung hatte bereits zu wirtschaftlichen Sanktionen Chinas gegenüber seinem Land geführt. Moon Jae-in erklärte, die Südkoreaner sollten lernen autark zu handeln und auch gegenüber den Amerikanern "Nein" zu sagen.

Kritiker halten Tillersons Ruf nach einem Bündnis gegen Nordkoreas militärische Ambitionen für einen Vorwand, um China im südchinesischen Meer zurückzudrängen. Die USA werfen China vor, auf den Inselgruppen den Bau von Militärstützpunkten voranzutreiben. Die Inseln werden von China und Japan beansprucht. Die USA haben sich auf die Seite Japans geschlagen. Bei dem Territorialstreit zwischen China, Japan und den USA, geht es um unerschlossene Rohstoffe und die Kontrolle des Schiffsverkehrs. Zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkriegs, könnte Japan durch eine Eindämmung Chinas wieder eine zunehmend wichtige geostrategische Rolle in Asien spielen.

Mit dem Einsatz der sogenannten Trostfrauen wollte Japan während des zweiten Weltkriegs die Moral seiner Armee stärken. Bis heute fehlt es im Reich der aufgehenden Sonne an einem Konsens über die nationalen Verbrechen der Kriegsjahre. Am Samstag wird Tillerson in China erwartet. Bei den Gesprächen wird es auch um chinesische Maßnahmen gegen die nuklearen Ambitionen Nordkoreas gehen. 

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