Nach Mord an Vater: Kim Jong-uns Neffe veröffentlicht Videobotschaft

Nach Mord an Vater: Kim Jong-uns Neffe veröffentlicht Videobotschaft
Anti-nordkoreanische Proteste; Paju, Südkorea, 5. Juli 2012.
Han-sol, Sohn des ermordeten Kim Jong-nam, meldet sich zu Wort. Er will Spekulationen über die Sicherheit seiner Familie entgegenwirken. Die Organisation für nordkoreanische Überläufer veröffentlichte das Video und dankte den Niederlanden für deren Hilfe.

Am 13. Februar wurde Kim Jong-nam auf dem Flughafen von Kuala Lumpur ermordet. Zuletzt hatte er mit seiner Familie in Macau gelebt. Der abtrünnige Bruder Kim Jong-uns war bereits bei seinem 2011 verstorbenen Vater Kim Jong-il in Ungnade gefallen, nachdem er versucht hatte, mit einem gefälschten Pass nach Tokio zu reisen. Dort wollte er Disneyland besuchen. 

Nach der Ermordung Kim Jong-nams mehrten sich Spekulationen über dessen Familie. Es war bis zuletzt unklar, ob diese sich noch in Macau aufhält. Nun meldete sich der Sohn Kim Han-sol zu Wort und verkündete, dass er, seine Schwester und die Mutter in Sicherheit sind. Mit seinem geschliffenem Englisch wirkt der 22-jährige Han-sol wie ein junger Weltbürger, wäre da nicht die Tatsache, dass er seine Videobotschaft mit den Worten beginnt:

Mein Name ist Kim Han-sol, aus Nordkorea, Teil der Kim-Familie.

Als er über seinen Aufenthaltsort spricht, verdeckt ein schwarzer Balken seine Lippen und der Ton wird ausgeblendet. Die Regie hat auch den Pass, den er als Beweismittel in die Kamera hält, unkenntlich gemacht.

Eine zivile Organisation, die nordkoreanischen Überläufern hilft, hat das Video veröffentlicht. Sie versah das Video mit einer eigenen Nachricht: "Für die Nordkoreaner."

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Die Organisation bedankte sich selbst bei drei Parteien, die dabei geholfen haben sollen, die Familie in Sicherheit zu bringen. Sie nannte in diesem Zusammenhang die Niederlande, China und die USA. Ein besonderer Dank aber gelte dem niederländischen Botschafter in Seoul, Lody Embrechts. 

Malaysische und chinesische Medien veröffentlichten hingegen die Nachricht, dass am Donnerstag drei Polizisten nach Macau anreisen würden, um Genmaterial von Kim Jong-nams Familie mit dem des Ermordeten abzugleichen. 

Der südkoreanische Geheimdienst bestätigte unterdessen, dass es sich bei der Person in dem Video um Han-sol handelt. Datum und Ort der Aufnahme lassen sich jedoch nicht feststellen.

Wird Han-sol nun zur Hoffnung für die neue Generation Nordkoreas? Pjöngjang bezweifelt schon, dass es sich bei der ermordeten Person überhaupt um Kim Jong-nam handelt. Das Opfer sei, so heißt es, ein Diplomat namens Kim-chol gewesen und die Regierung Pjöngjangs wäre für den Mord nicht verantwortlich.

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