Nordkoreas Kim Jong-Un warnt China nach Kohleimportstopp: Ende einer langjährigen Freundschaft

Kim Jong-Un im Gespräch mit Journalisten
Kim Jong-Un warnt China
Peking sanktionierte jüngst nordkoreanische Kohleimporte und unternahm damit einen vorsichtigen Schritt auf Washington zu. Kim Jong-Un ist verärgert und zeichnet China als ein Land, das seine Eigenständigkeit verloren hat.

Ist das Ende der chinesisch-nordkoreanischen Freundschaft in Sicht? Washington fordert bereits seit Längerem von Peking, seine Macht in Bezug auf Nordkorea zu nutzen, um das unberechenbare Pjöngjang endlich zur Räson zu bringen.

China war es, das Nordkorea als staatlichem Gebilde erst den Lebensatem eingehaucht hatte und China hat die Karten in der Hand, um der Demokratischen Volksrepublik diesen wieder zu entziehen.

Einst hatten die langjährigen Staatschefs beider Länder, Kim Il Sung und Mao Tse-tung, eine mit Blut besiegelte Freundschaft geschlossen. Ihre Militärs kämpften und starben gemeinsam, und 1961 besiegelten beide Länder das Abkommen, das den Namen Treaty of Friendship, Cooperation und Mutual Assistance trägt.

Zum Tag des Kindes schießt ein nordkoreanisches Kind mit Pfeilen auf eine Figur, die einen amerikanischen Soldaten darstellen soll; Pjöngjang, Nordkorea, 1. Juni 2013.

Gleich in dessen erstem Artikel heißt es, dass die Parteien den Frieden in Asien und in der Welt zu wahren haben. Falls eine der Parteien unter Beschuss vonseiten einer fremden Macht kommen sollte, so ist die andere Partei verpflichtet, laut Vertrag Hilfestellung zu leisten. Eine Wiedervereinigung mit Südkorea müsse im Sinne der Bevölkerung friedlich geschehen. 

Während Peking die atomare Aufrüstung der Nordkoreaner verurteilt und für eine generelle De-Nuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel eintritt, gab die Regierung jüngst auch bekannt, dass es sich beim derzeitigen Konflikt vornehmlich um ein Problem zwischen der US-Regierung und Pjöngjang handle.

Peking unternahm allerdings einen vorsichtigen Schritt in Richtung Washington und sanktionierte nordkoreanische Kohleexporte. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. In mehreren Kommentaren deutete die Staatschef Kim Jong-Un nahestehende Presse an, dass Peking nun nach der Pfeife der Amerikaner tanze.

Der Name Chinas blieb dabei zwar unausgesprochen, aber es war von Nordkoreas Nachbarland die Rede. Für Peking ist Nordkorea eine Schutzzone, die das Land zu US-amerikanischen Streitkräften auf koreanischem auf Distanz hält. Die Volksrepublik hat wenig Interesse daran, diese zu verlieren.

Aber mit erneuten Raketentests ist Kim Jong-Un zu einem Risikofaktor geworden. Mit Argwohn beobachtet China die damit begründete südkoreanische Aufrüstung durch amerikanisches Militär. China versucht derweil alles, um Südkorea von der Stationierung US-amerikanischer THAAD-Raketenabwehrsystemen abzuhalten. Deshalbb macht Peking auch durch Wirtschaftssanktionen Druck. Aus Sicht der Volksrepublik führt THAAD nur zu einer Verschärfung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. 

Merlion auf der singapurianischen Insel Sentosa

In einem exklusiven Reuters-Interview bestätigte Trump, dass er China als die Macht mit dem größten Einfluss in der Region sehe und die US-Regierung sehr verärgert über die derzeitige Lage mit Kim Jong-Un sei. Die Obama-Regierung hätte hier bereits intervenieren sollen. Darüber hinaus deutete er den Willen zur atomaren Aufrüstung der USA an:

Kein Land mit Atomwaffen, das wäre ein Traum. Aber wenn andere Länder Atomwaffen haben, dann sind wir ganz oben dabei. 

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Geng Shuang, sagte bei einer Pressekonferenz am Freitag: 

Wir hoffen, dass die zuständigen Parteien ihre Verantwortung Schultern können und die Rolle spielen, die sie spielen sollten - für Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und für deren De-Nuklearisierung.

Die chinesische Presse trat unterdessen in dem Konsens auf, dass die Kohle-Sanktionen einer Freundschaft mit Nordkorea nicht entgegen stünden. Peking wolle lediglich die nuklearen Phantasien des nordkoreanischen Führers unterbinden.

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