Ärger im Paradies: Der neue thailändische König will mehr Macht

Ärger im Paradies: Der neue thailändische König will mehr Macht
Eine Frau passiert ein Porträt des thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkun in Bangkok, Thailand, 13. Januar 2017.
König Rama X. bestieg im letzten Jahr den Thron Thailands. Der auch als Playboy bekannte Partykönig legt sich nun mit der Junta an und strebt nach einer Verfassungsänderung, die ihm mehr Macht zuspricht.

König Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarngkun, oder kurz Rama X., wurde mit dem Tod seines Vaters König Bhumibol zu dessen Nachfolger. Es war ein schwerer Übergang für das thailändische Volk, welches in der Mehrheit nur Bhumibol als seinen König kannte, der zuvor 70 Jahre lang regiert hatte.

Das Volk litt mit der um ihren geliebten Ehemann trauernden Königin. Rama X. aber hatte bereits drei geschiedene Ehen hinter sich und zeigte wenig Interesse für die thailändische Politik. Mit Verspätung bestieg er den Thron. Er befand sich zunächst noch im Ausland und erbat sich eine Trauerzeit. Währenddessen übernahm der Premierminister Prayuth Chan-o-cha die zeitweise Macht. Prayuth ist der Kopf der thailändischen Militärjunta und als Royalist bekannt. Aber seine Ergebenheit galt dem früheren König. 

Gemälde des Kronprinz Maha in einem Souvenirshop in Bangkok.

Offiziell hat der thailändische Monarch eine konstitutionell eingeschränkte Macht. Rama X. will dies ändern. Im Jahr 2014 hatte eine Junta des thailändischen Militärs mittels eines Putsches die Macht übernommen. Im August 2016 ließen die Militärs über eine neue Verfassung abstimmen.

Verfassungsänderungen sind keine Seltenheit in Thailand. Seit Gründung des Staates hat es deren bereits 17 gegeben. Die jüngste Abstimmung, welche die erste seit dem Militärputsch war, hatte jedoch die Funktion, die Macht der Junta unter dem Banner der Demokratie zu stärken. Kritik an der Verfassungsänderung war nicht erlaubt und wurde mit Gefängnisstrafen geahndet. Das thailändische System ist eine Mischung aus traditionellen Thai-Gesetzen, die auf den Gesetzen der Hindu-Brahmin- und der Khmer-Herrschaft beruhen, und westlichen Gesetzen, die oft geändert werden. 

Rama X. weigerte sich nun, die jüngste Verfassung in Kraft zu setzen. Stattdessen will er als König mehr Macht. In den Jahren zuvor weilte Rama X. im Ausland. Dies nahm ihm das thailändische Volk übel, denn in den Augen seiner Landsleute hatte der König den Bezug zu Heimat und Kultur verloren. Rama X. will mit der Verfassungsänderung erreichen, dass er vom Ausland aus regieren kann, ohne einen Vertreter ernennen zu müssen. Darüber hinaus war bisher eine zweite Unterschrift des Premierministers für die Gültigkeit aller Gesetze und Dekrete des Monarchen notwendig. Der neue König aber will diese ohne die Notwendigkeit einer zweiten Unterschrift in Kraft setzen können. 

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So wie seine Vorgänger verbittet sich Rama X. jede Kritik an seiner Person. Jüngst machte der Fall eines thailändischen Studenten mit dem Spitznamen Pai (Bambus) die Runde in den Nachrichten, der nach der Veröffentlichung eines Profilbildes, das den König zeigte, verhaftet wurde. Falls das zuständige Gericht ihn der Majestätsbeleidigung für schuldig befindet, drohen ihm 15 Jahre Haft. Bereits mehrere Male wurde die ursprünglich zehntägige Sicherheitsverwahrung Pais verlängert. Pai war einer von 2.000 weiteren thailändischen Facebooknutzern, die das Bild teilten. Das mediale Interesse an Pai ist auch ein Test dafür, wie Rama X. in einem solchen Fall urteilen wird. Jedoch eilte dem neuen König bereits ein Ruf als Hardliner voraus, noch bevor er den Thron bestieg. 

Für die Verfassungsänderung aber ist der König von der Junta abhängig. Die Verfassung soll nun überarbeitet und erneut dem König vorgelegt werden. Diese Überarbeitung wird einige Wochen dauern. Prayuth versprach, dass die Rechte des Volkes durch die geplanten Änderungen nicht beschnitten werden. 

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