China nimmt sich RT zum Vorbild: Neuer Auslandssender geht 2017 in Betrieb

China nimmt sich RT zum Vorbild: Neuer Auslandssender geht 2017 in Betrieb
Auch die Volksrepublik China will im Ausland eine Gegenöffentlichkeit zu den westlichen Medien schaffen. Diese stellen das Land und die Politik der chinesischen Regierung nach Meinung chinesischer Medienpolitiker oft in verkürzter und tendenziöser Weise dar.
Der staatliche chinesische Fernsehsender CCTV hat am Neujahrstag eine neue Medienplattform ins Leben gerufen. Das China Global Television Network (CGTN) soll dem ausländischen Publikum eine chinesische Perspektive auf das Weltgeschehen vermitteln.

CGTN bündelt die bestehenden fremdsprachigen Video- und Internetangebote von CCTV, dem größten Fernsehsender der Volksrepublik China. Der chinesische Auslandsrundfunk sendet derzeit auf Englisch, Spanisch, Russisch, Französisch, Arabisch und Chinesisch. CCTV wird aus dem öffentlichen Haushalt finanziert.

China muss mehr über die Welt erfahren und die Welt mehr über China. […] Zeigt der Welt ein dreidimensionales, farbenfrohes China und präsentiert Chinas Rolle als die eines Baumeister des Weltfriedens", schrieb der chinesische Präsident Xi Jinping in einem Glückwunschschreiben an den neuen Sender.

Xi hatte im Februar letzten Jahres dazu aufgerufen, die Inhalte, Konzepte und Methoden des chinesischen Medienangebots zu erneuern. Er erklärte, dass sie einen starken globalen Einfluss erlangen sollen.

Liu Yunshan, Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas, empfahl dem neuen Sender, unterschiedliche Medien zu integrieren und neue Technologien einzusetzen, um zu einer Medienmarke mit globalem Einfluss zu werden.

Neben den sechs fremdsprachigen Sendern von CCTV soll CGTN auch eine Videonachrichtenagentur sowie eine Abteilung für digitale Medien umfassen.

Bereits im Jahr 2009 hatte China angekündigt, bis zu 6,5 Milliarden US-Dollar in den Ausbau des eigenen Auslandsrundfunks zu investieren. Vorbild war dabei offenbar das 2005 an den Start gegangene Auslands-Mediennetzwerk der Russischen Föderation, "Russia Today". Auch die chinesische Regierung kritisiert häufig westliche Medien und wirft ihnen vor, in einer voreingenommenen Weise über das Land zu berichten. Während China und andere aufstrebende Staaten ihr Medienangebot ständig ausweiten, sinken die Einnahmen und Konsumentenzahlen westlicher Medien seit Jahren.