USA besorgt wegen "Projekt Hoffnung": Afghanistan und Turkmenistan eröffnen neue Zugverbindung

USA besorgt wegen "Projekt Hoffnung": Afghanistan und Turkmenistan eröffnen neue Zugverbindung
Bevölkerung nimmt an der Zeremonie zur Eröffnung der neuen Zugverbindung teil, 28. November 2016. REUTERS/Marat Gurt
Afghanistan und Turkmenistan haben erstmals eine Zugverbindung zwischen beiden Ländern eröffnet. Die USA blicken missmutig auf dieses Projekt und sehen dies als wichtiges Teilstück zur Etablierung einer neuen Seidenstraße, die China und Russland stärken würde.

von Olga Banach

Zurück zu den alten Zeiten der glorreichen Seidenstraße: Der chinesische Präsident Xi Jinping will dieses Ziel mit dem "One-Route-Projekt" erreichen. Dieses soll China über Länder und Meere mit den zentralasiatischen Ländern und dem Nahen Osten bis nach Europa verbinden. Ein wahrlich geopolitisches Projekt. Das 2013 ausgerufene Vorhaben ist kostspielig und umstritten, soll aber die stagnierende chinesische Wirtschaft ankurbeln. Eine Trillion Dollar hat die chinesische Regierung bislang hierfür bereitgestellt.

Im Vergleich zum umfassenden chinesischen Vorhaben erscheint das afghanisch-turkmenische Projekt als geradezu marginal. Für Afghanistan als einem Land, das tagtäglich unter den Angriffen von Terroristen leidet, hat es jedoch trotzdem Symbolcharakter. Bisher wurden Strecken in einer Länge von 85 Kilometern vom turkmenischen Ymamnazar aus und von drei Kilometern innerhalb Afghanistans eröffnet.

Als nächster Schritt ist eine Verlängerung der Strecke um 35 Kilometer bis zur afghanischen Stadt Andkhoy geplant. Für den amtierenden afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani ist diese Verbindung nach eigener Aussage ein "wahr werdender Traum seines Volkes". Die ersten Lieferungen turkmenischer Güter sind unterdessen bereits in Afghanistan eingetroffen.

Der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdymukhamedov äußerte anlässlich der Eröffnungsfeier:

Nach dem Tod des Präsidenten Islom Karimov, der Usbekistan seit 1991 mit eiserner Faust regierte, werden Russland und China eng zusammenarbeiten, um Instabilität in der Region zu unterbinden, berichtet ein US-Fachmagazin.

Die Eröffnung der neuen Route bringt große Möglichkeiten für Afghanistan, Tadschikistan, China, Indien, Pakistan und die Pazifikregion mit sich und schafft günstige Bedingungen für den Frachtverkehr bis in den Iran, nach Kasachstan, Russland, Aserbaidschan und Europa.

Langfristig ist die nun eröffnete Schienenverbindung ein wichtiger Teil der neuen Seidenstraße.

Die USA blicken missmutig auf diese Pläne und befürchten, dass die Weiterentwicklung dieser Verbindung den chinesischen Yuan zu einer weltweit akzeptierten Währung machen könnte und Russland wieder zu einem starken Wirtschaftspartner Europas. Bereits jetzt gibt es bereits eine trans-eurasische Zugverbindung, die im chinesischen Sichuan beginnt und bis ins Ruhrgebiet führt.

Wo genau die Schienen künftig durch Afghanistan verlaufen sollen, wird noch diskutiert, da Teile davon durch umkämpftes Gebiet führen. Die sich ständig ändernden Gefahrenherde im Land erschweren Planungen zum Ausbau der Verkehrswege.

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