Iran und China unterzeichnen Verteidigungsvereinbarung

Iran und China unterzeichnen Verteidigungsvereinbarung
Der chinesische Verteidigungsminister Chang Wanquan (links) und der iranische Verteidigungsminister Hossein Dehghan bei der 5. Moskauer Konferenz zur internationalen Sicherheit (MCIS) am 27. April 2016 in Moskau.
China und der Iran haben eine Vereinbarung über gemeinsame Militärübungen und der Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus unterzeichnet. Der iranische Verteidigungsminister General Hossein Dehghan und sein chinesischer Amtskollegen Chan Wanquan besiegelten das Abkommen am Montag.

„Die Modernisierung der Beziehungen und die langfristige Zusammenarbeit in der militärischen Verteidigung mit China ist eine der Hauptprioritäten in der Verteidigungsdiplomatie der Islamischen Republik Iran“, sagte der iranische Verteidigungsminister Hossein Dehghan bei einem dreitägigen Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen General Change Wanquan, zu dem dieser am Sonntag angereist ist.

Das Abkommen sieht unter anderem Terrorismusbekämpfung und den Erfahrungsaustausch in der Ausbildung von Personal zwischen beiden Militärs vor.

Der iranische Kommandant betonte, eine engere militärische Zusammenarbeit zwischen Iran und China sei für den regionalen und internationalen Frieden von Vorteil:

Für die Aufrechterhaltung von Frieden und Stabilität in Asien und Ozeanien sind aller Länder der Region kollektiv verantwortlich.

Auch der chinesische Verteidigungsminister schien während des Treffens zuversichtlich, unter Berufung auf gemeinsame regionale und internationale Interessen, stärkere Verbindungen in der militärischen Verteidigung mit dem Iran aufzubauen.

Er unterstrich auch die Bedeutung einer vollständigen Umsetzung des Verteidigungsabkommens als den Weg der Zukunft und drückte die Hoffnung auf ein neues Kapitel in der Verteidigungszusammenarbeit aus.

Sergej Karaganow, Mitglied im internationalen Diskussionsforum Waldai, auf dem Eastern Economic Forum in Wladivostok.

Der chinesische Besuch folgt auf einen offiziellen Besuch Dehghans in Peking vor zwei Jahren, wo beide Kommandeure sich bereits über Ideen der gemeinsamen Verteidigung ausgetauscht hatten.

Die Verteidigungszusammenarbeit zwischen beiden Ländern reicht fast drei Jahrzehnte zurück.

Seit den 1980er Jahren ist Peking ein wichtiger Partner bei der Versorgung Teherans mit militärischen Gütern, einschließlich taktischer-, ballistischer- und Anti-Schiff-Raketen.

In einem weiteren Treffen mit Wanquan zeigte auch der iranische Generalstabschef Generalmajor Mohammad Hossein Baqeri Interesse an gemeinsamen militärischen Übungen mit China.

„Der Iran ist bereit, die Verteidigung und militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auszuweiten, zu vertiefen und gemeinsame Kriegsspiele durchzuführen“, so Baqeri.

Nicht nur im Handel rücken Russland und China enger zusammen. Auch im Bankwesen wurden Verträge zwischen chinesischen und Russischen Banken abgeschlossen, von denen beide Seiten profitieren sollen.

Irans wachsende internationale Verteidigungsverbindungen, die auch „Verteidigungsdiplomatie“ genannt werden, folgten auf die historische Vereinbarung über das iranische Atomprogramm mit den Großmächten der Welt, unter denen auch China ist.

China und der Iran zeigen sich entschlossen, ihre Beziehungen in vielerlei Hinsicht zu stärken, besonders nach dem Atomabkommen vom Juli 2015.

Im Laufe des Besuchs in Teheran des chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Januar letzten Jahres, wurden rekordverdächtige 17 Dokumente unterzeichnet.

Während die Verteidigungsminister die Vereinbarung unterzeichneten, berichtete die Nachrichtenagentur RIA, dass der Iran und Russland in Gesprächen über ein Waffengeschäft im Wert von rund 10 Milliarden Dollar stehen. Demnach sollen aus Moskau T-90 Panzer, Artilleriesysteme, Flugzeuge und Hubschrauber nach Teheran geliefert werden, sollte dies durch den UN-Sicherheitsrat genehmigt werden. Viktor Ozerow, Leiter des Ausschusses für Verteidigung und Sicherheit prognostizierte jedoch bei der Bekanntgabe der Gespräche:

Es ist offensichtlich, dass die USA und ihre Verbündeten diese Lieferungen blockieren werden, trotzdem werden wir die Verhandlungen fortsetzen.