Nach "US-amerikanischer Provokation": China startet Manöver im Südchinesischen Meer

Nach "US-amerikanischer Provokation": China startet Manöver im Südchinesischen Meer
Die chinesische Marine begann am Donnerstag ein neues Marinemanöver unweit umstrittener Inseln im Südchinesischen Meer. Zuvor kreuzte ein US-amerikanischer Zerstörer durch die Gewässer. Peking betrachtet das Meer als souveränes Territorium.

Die USA unterstützen andere Anrainer darin, den chinesischen Anspruch anzufechten und fordern "freien Zugang" zu den Gewässern unter dem Vorwand der „Navigationsfreiheit“. Die Ankündigung der Übungen im Südchinesischen Meer wurde auf der Webseite der Maritimen Sicherheitsbehörde Chinas veröffentlicht.

Inspektion vor Ort: Ashton Carter im Gespräch mit einem Navy-Angehörigen auf der USS Theodore Roosevelt im Südchinesischen Meer; November 2015. Im Hintergrund ist der US-Zerstörer USS Lassen zu sehen.

Ohne weitere Details über die Manöver mitzuteilen, veröffentlichte die Seebehörde die Koordinaten für die Kriegsspiele, die einen Tag angelegt sind. Peking bat die zivile Schifffahrt, sich von den Gewässern südlich der Insel Hainan möglichst fernzuhalten.

Die Ankündigung des Manövers, die in den umstrittenen Gewässern des Südchinesischen Meeres mittlerweile zur Routine geworden sind, kommen diesmal nur wenige Tage, nachdem das US-amerikanische Kriegsschiff USS Decatur unter Einforderung der „Schifffahrtsfreiheit“ in der Nähe der Spratly- und Paracel-Inseln patrouillierte. Durch die genannten Inselgruppen werden jährlich Handelsgüter im Wert von fünf Milliarden US-Dollar verschifft.

„Die USS Decatur führte die Fahrt routinemäßig ohne Schiffsbegleitung und Zwischenfall am 21. Oktober aus“, sagte Pentagon-Pressesprecher Gary Ross auf Anfrage der Navy Times. „Die USA führen diese Routine-Operationen regelmäßig überall in der Welt in voller Übereinstimmung mit dem Völkerrecht aus.“

Die US-Operation am vergangenen Freitag war die vierte ihrer Art zur Sicherung der sogenannten „Navigationsfreiheit“ im Südchinesischen Meer. Die Aktionen vonseiten Washingtons ziehen allerdings regelmäßig harsche Kritik aus Peking nach sich, das die US-Manöver als Vorwand zur Destabilisierung der chinesischen Seemacht auslegt.

Nach Angaben des chinesischen Verteidigungsministeriums eskortierten zwei chinesische Kriegsschiffe die USS Decatur. Die Marine der Volksbefreiungsarmee forderte das US-Kriegsschiff mehrmals auf, die Gewässer zu verlassen.

China stuft die US-Operationen als ein „schweres Vergehen“ und ein „aggressives Verhalten“ ein. Die Volksrepublik beschuldigt die USA, mit Absicht Kriegsschiffe in Gewässer zu entsenden, die China als Hoheitsgewässer betrachtet.

„Wir fordern die USA dringend auf, die Souveränität und nationalen Sicherheitsbedenken Chinas ernst zu nehmen. Diese Fehler sollten die USA nicht wiederholen“, warnte das chinesische Verteidigungsministerium.

In diesem Zusammenhang erklärte Peking, dass es seine militärischen Luft- und Seepatrouillen sowie Verteidigungskapazitäten erhöhen werde, um die nationale Souveränität und Sicherheit Chinas zu schützen.

Die Inselgruppe Spratly umfasst mehr als 750 Inseln und Riffe vor den Küsten Vietnams, den Philippinen, Taiwan, Malaysia, Brunei und China. Seit fünf Jahren verfolgen außerdem die US-Unternehmen Exxon und Chevron Erkundungsprojekte in der Region. Dabei stützen sie sich auf Kooperationen mit vietnamesischen Firmen.

China unterhält eine starke Militärpräsenz im Archipel, die sich auf der Woody-Insel konzentriert. Dort errichtete Peking einen Luftlandestützpunkt und transferierte ein Arsenal von Boden-Luft-Raketen. Entgegen eines Urteils des Internationalen Schiedsgerichtes in Den Haag von diesem Sommer beansprucht China die Inselgruppe als Staatsterritorium.