Kirgisien: Attentat auf chinesische Botschaft in Bischkek

Kirgisien: Attentat auf chinesische Botschaft in Bischkek
Vor der chinesischen Botschaft in Kirgisiens Hauptstadt Bischkek ist am Dienstagmorgen ein mit Sprengstoff beladendes Auto explodiert. Der Attentäter starb, drei Menschen wurden verletzt. Der Vorfall wird als ein Terrorangriff eingestuft.

Am frühen Dienstagmorgen rammte ein mit Sprengstoff beladener Mitsubishi Delica das Tor der chinesischen Botschaft in Bischkek. Die Explosion war so stark, dass dadurch die Fensterscheiben in benachbarten Häusern und Geschäften zersplitterten. Der Fahrer starb, die Polizei klärt seine Identität. Die drei Verletzten sind kirgisische Staatsbürger, verschiedenen Beamten zufolge Wachleute oder Gärtner von 17 bzw. 18 Jahren. Ihr Zustand sei den Umständen entsprechend zufriedenstellend und stabil, verlautete aus dem Gesundheitsministerium. Chinesische Diplomaten kamen nicht zu Schaden.

Die in der Nähe liegende US-Botschaft in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik war am Dienstag geschlossen, obwohl es kein „arbeitsfreier Tag“ war. Die Vertreter des Amtes seien für Kommentare erst am Donnerstag verfügbar, meldete der diensthabende Beamte per Telefon.

Das chinesische Außenministerium stufte den Vorfall in Bischkek als Terroranschlag, „radikale Gewaltaktion und Angriff auf die Botschaft“ ein und verurteilte ihn scharf. Einer Sprecherin der Behörde zufolge habe sich bislang keine Organisation dafür verantwortlich erklärt.

Nach der Explosion wolle China die Zusammenarbeit mit Kirgisien und anderen Ländern der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) verstärken, weil der Terrorismus „ein gemeinsamer Feind der Weltgemeinschaft und die schwerste Bedrohung für diese Region“ sei, so die Meldung auf der Webseite des Außenministeriums.

Der kirgisische Präsident, Almasbek Atambajew, ließ staatliche Gewaltorgane Antiterrormaßnahmen in der Hauptstadt und in den Regionen fördern, insbesondere beim Schutz der diplomatischen Vertretungen und hochwichtigen Objekten. Dabei wird man zusätzliche Kräfte aus weiteren Ämtern hinzuziehen.

In nächster Zukunft stehen Kirgisien mehrere staatliche und internationale Veranstaltungen bevor. Die großen Feierlichkeiten anlässlich des 25. Jahrestags der Unabhängigkeitserklärung des Landes am 31. August werden trotz der Explosion nicht abgesagt. Von 3. bis 8. September werden am Gebirgssee Yssykköl die 2. World Nomad Games ausgetragen, zu denen etwa ein Tausend Sportler aus 53 Ländern erwartet werden. Am 16. Und 17. September findet in der kirgisischen Hauptstadt der Gipfel der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) statt.