"Zur Abschreckung gegen China" - USA verlegen strategische Langstreckenbomber in den Pazifik

Bomber der U.S. Air Force (B-52, B-1 und B-2) fliegen über Andersen Air Force Base auf Guam
Bomber der U.S. Air Force (B-52, B-1 und B-2) fliegen über Andersen Air Force Base auf Guam
Die USA haben Langstreckenbomber drei verschiedener Typen auf die Andersen Air Force Base auf Guam verlegt. Dort führen sie "strategische Manöver" durch, die zur Abschreckung gegenüber China und Nordkorea dienen sollen. Alle drei verlegten US-Bombertypen sind als Kernwaffenträger konzipiert.

Über der Pazifikinsel Guam wurde, am Mittwoch, von US-Bombern drei verschiedener Typen ein strategisches Manöver geflogen. Ein Manöver dieser Art wurde zum ersten Mal über Guam und nahe den umstrittenen Gewässern des südchinesischen Meeres durchgeführt.

In einem Statement des US-Pazifik Kommandos heißt es zu dem Manöver: 

Am 17. August 2016 wurde Geschichte geschrieben, als alle drei Bomber, der B-52 Stratofortress, B-1B Lancer und B-2 Spirit, gleichzeitig in den Himmel abhoben, während ihrer ersten eingebundenen Bomberoperation in der indo-asiatischen Pazifik-Region.

Brigadegeneral Douglas Cox bezeichnete das Manöver als Demonstration der U.S.-Verpflichtung die globale Sicherheit zu unterstützen. Es zeige außerdem die Fähigkeit der Verteidigungsstärke.

Die Bomber stammen jeweils von den Typen B-52, B-1 sowie B-2.

Es handelt sich bei den Bombern um Langstreckenbomber. Wie der Name schon sagt, sind sie für besonders lange Strecken von über 6000 Kilometern einsetzbar. Strategische Bomber wie diese werden hauptsächlich eingesetzt, um taktische Ziele im Hinterland zu zerstören.

Dazu zählen beispielsweise militärische und zivile Infrastruktur, oder auch Produktionsressourcen. Der Einsatz ist eher nicht auf Gefechtsfeldstellungen bei Angriffen ausgerichtet.

Die Besonderheit des B-52 ist, dass er in der Lage ist, neben herkömmlichen Bomben auch Nuklearsprengkörper zu transportieren. Bei dem B-1 handelt es sich um einen Bomber, der mit Überschallgeschwindigkeit fliegen kann. Mit dem B-2 wurde auch ein Tarnkappenbomber nach Guam verlegt. Er kann sich ungesehen bis auf kurze Distanz dem Radar nähern, ohne entdeckt zu werden.

Die Andersen Air Force Base liegt nur wenige tausend Kilometer vom südchinesischen Meer entfernt. Damit ist die Stationierung der Bomber, aus strategischen Gründen sehr brisant.

Verlegt wurden die Bomber unter Berufung auf die Gefahr, die von den Nukleartests Nordkoreas und den territorialen Ansprüchen Chinas im Südchinesischen Meer ausgehe.

Am 6. August wurde eine Gruppe von B-1 Bombern nach Guam verlegt. B-52 Bomber waren bereits stationiert in Folge der dauerhaften CPB-Mission des Pentagon. Ein paar Tage später  wurden dann die B-2 verlegt, um den Abschreckungseinsatz fortzusetzen und regionale Sicherheit zu garantieren.

Russische und chinesische Marine bei einem Manövereinsatz im südchinesischen Meer

Der Streit um den territorialen Einfluss im südchinesischen Meer hat sich in den letzten Monaten intensiviert. Sowohl China als auch die USA rüsten immer weiter auf.

China hatte ebenso wie die USA vor kurzer Zeit ein Flugmanöver über dem südchinesischen Meer durchgeführt. Dabei kamen gleichfalls Langstreckenbomber und AWACS Aufklärungsflugzeuge zum Einsatz.

Neben den Territorialinteressen der Anrainerstaaten im südchinesischen Meer, basiert der Konflikt vor allem auf geopolitischen Interessen zwischen den USA und China.

Das Meer ist ein Knotenpunkt in der Schifffahrt und damit auch von immenser Wichtigkeit für den Welthandel. Rund 30 Prozent des globalen Handelsvolumens werden über das südchinesische Meer transportiert. Zudem ist es reich an Ressourcen.