Keine Entschuldigung für Hiroshima bei erstem Besuch eines US-Außenministers am Atombomben-Mahnmal

Keine Entschuldigung für Hiroshima bei erstem Besuch eines US-Außenministers am Atombomben-Mahnmal
John Kerry hat am Montag als erster US-Außenminister das Hiroshima Peace Memorial in Japan besucht. Er legte zwar einen Kranz für die Opfer nieder, aber auf eine offizielle Entschuldigung für die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki während des Zweiten Weltkrieges warteten die Japaner vergeblich.

Zusammen mit anderen Außenministern der G7-Gruppe der Industrieländer statte Kerry dem Denkmal, das den Opfern des nuklearen Angriffs auf Hiroshima gewidmet ist, einen Besuch ab. Etwa 140.000 Menschen starben durch den direkten Schaden und radioaktiven Niederschlag aus der US-amerikanischen Bombe am 6. August 1945. Eine zweite Bombe, die am 9. August auf Nagasaki abgeworfen wurde, forderte weit über 80.000 Menschenleben.

Quelle: vaXzine/CC BY-NC-ND 2.0

Die ranghöchste US-Beamtin, die die Gedenkstätte bisher besucht hatte, war die damalige Sprecher des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi im Jahr 2008. Kerry ist der höchste Beamte der Exekutive und der einzige Außenminister, der dies bis jetzt getan hat.

Während Kerry ins Gästebuch schrieb, dass "jeder in der Welt dieses Denkmal sehen und seine Kraft spüren sollte", bot er für die Toten durch das Bombardement keine förmliche Entschuldigung an.

Die Mehrheit der Menschen in den USA glauben, dass die atomaren Angriffe auf Japan gerechtfertigt waren, weil sie die Niederlage des Landes beschleunigt hätten. Es hätte Leben gerettet, die verloren gewesen wären, wenn der Konflikt verlängert oder wenn Truppen ins Land geschickt worden wären, so der offizielle Diskurs. Ein weiterer Faktor war, dass sowjetische Truppen zu der Zeit erfolgreich in Asien voranschritten und Moskau hätte möglicherweise in Japan einfallen können.

Die Mehrheit der Japaner sagt jedoch, dass die Abwürfe nicht gerechtfertigt waren.

Kerrys Besuch könnte den Weg für den allerersten Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in Hiroshima und Nagasaki ebnen. Barack Obama soll Japan beim jährlichen Gipfeltreffen der G7-Führer im Mai besuchen.