Pivot to Asia: US-Atombomber für Australien, massive Manöver für Südkorea

Eine Air Force B-1 startet zu einem Kampfeinsatz, January 2002, im Rahmen der "Operation Enduring Freedom".
Eine Air Force B-1 startet zu einem Kampfeinsatz, January 2002, im Rahmen der "Operation Enduring Freedom".
In Ostasien findet erneut ein US-amerikanischer Truppenaufmarsch in Südkorea und im Südchinesischen Meer statt. Dieser gilt als der größte in der Geschichte des Landes. Außerdem bestätigte Australien, dass zukünftig amerikanische Bomber vom Typ B-1 und B-52 im Norden des Landes stationiert werden. Beide Flugzeugtypen sind für das Tragen von Atomwaffen konzipiert.

35.000 Demonstranten protestieren gegen die neue US-Militärbasis in der Regionalhauptstadt Naha auf Japans südlichen Insel Okinawa, 17. Mai 2015.

Chinas Außenminister Wang Yi kritisiert die USA und Südkorea. „Die ‚Freiheit der Meere‘ bedeutet nicht, dass sie dort alles tun können, was sie wollen“, erklärte Wang Yi mit Blick auf ein massives Militärmanöver der US-Streitkräfte gemeinsam mit den südkoreanischen Truppen. An der Übung nehmen 300.000 Soldaten der Republik Südkorea teil. Die USA beteiligen sich mit 17.000 Soldaten. Es handelt sich um das bisher größte Manöver in der Geschichte der beiden Staaten.

Am Wochenende kreuzten Kriegsschiffe beider Länder unter anderem im Südchinesischen Meer. Der chinesische Außenamtschef sieht darin einen erneuten Beleg dafür, dass nicht Peking sondern „anderen Mächten“ eine Militarisierung des Südchinesischen Meeres vorgeworfen werden muss. Sollten diese Spannungen außer Kontrolle geraten, wäre das eine Katastrophe für alle Parteien, warnte Chinas Außenminister.

China werde nicht untätig zusehen, wenn es zu einer Störung der Stabilität auf der koreanischen Halbinsel komme, erklärte der Außenminister. Alle Seiten sollten Aktionen vermeiden, die zu einer Verschärfung der Situation führten. Dazu rufe auch die UN-Resolution vom vergangenen Mittwoch auf. Die Entschließung unterstütze eine Verhandlungslösung über die Sechsergespräche zwischen der DVRK, China, den USA, Südkorea, Russland und Japan. Die Gespräche wurden allerdings 2009 ausgesetzt.

Die USA verhandeln unterdessen mit Australien über Rechte für die Stationierung von Langstreckenbombern und Tankflugzeugen. Zu den Bombern gehören laut Medienberichten auch nuklearfähige B-1-Bomber. Im vergangenen Jahr hatte Australien die Aussage eines US-Beamten bestritten, dass derartige Pläne bestehen.

Am Mittwoch erklärte die Kommandeurin der US-Luftwaffe im Pazifik, Generalin Lori Robinson, erneut, man sei darüber im Gespräch, „Rotationskräfte , Bomber und Panzer“ in Australien zu stationieren. Dies gebe die Möglichkeit „mit Australien zu trainieren“. Die Bomber würden auf Stützpunkten in Tindal und Darwin in Nordaustralien stationiert. Neben atomwaffentauglichen B-1 Bombern können auch B-52-Bomber von Australien starten.

Auf Nachfragen der Presse bestätigte die australische Verteidigungsministerin Marise Payne inzwischen, dass die US-Luftwaffe ihre Präsenz in dem Land verstärkt. Sie wollte allerdings nicht ins Detail gehen. Sie erwähnte immerhin, dass im Rahmen einer „Enhanced Air Cooperation“, die Teil einer „Force Posture Initiative“ sei, eine erhöhten Präsenz von Flugzeugen der US-Air Force geplant ist.

Aktivisten protestieren am Dienstag vor der Botschaft der USA in Manila gegen das Abkommen für neue Militärstützpunkte, das

Die USA verstärken seit einigen Jahren systematisch ihre militärische Präsenz im Pazifik. Dies geschieht ausdrücklich im Rahmen einer wachsender Konfrontation mit Australiens größtem Handelspartner China. Die US-Außenpolitik argumentiert bisher mit angeblichen Sorgen über die Sicherheit der Handelswege im Südchinesischen Meer.

Da Amerika dort selber keine territorialen Ansprüche aufweisen kann, zielt die Argumentation darauf ab, die Bewegungsfreiheit in internationalen Gewässern sicherzustellen. Amerikanische Kriegsschiffe und Flugzeuge führen regelmäßig Operationen in den von China beanspruchten Gewässern durch, die Peking ebenso regelmäßig als Provokation verurteilt. Außerdem verlegen die USA seit geraumer Zeit zusätzliche eigene Streitkräfte nach Japan und auf die Philippinen. Der Republik Taiwan lassen sie seit jüngstem wieder massiv Rüstungsgüter zukommen.