China kritisiert internationale Medien für tendenziöse Berichterstattung über Südchinesisches Meer

China kritisiert internationale Medien für tendenziöse Berichterstattung über Südchinesisches Meer
Peking greift öffentlich zu deutlichen Tönen gegenüber der US-Politik im Südchinesischen Meer. Dies ist auch deshalb ungewöhnlich, weil der Besuch von Außenminister Wang Yi in den USA bevorsteht. Das Außenministerium betonte, dass die chinesischen Einsätze in der Region ähnlich selbstverständlich sind wie US-Streitkräfte auf Hawaii und kritisierte in diesem Kontext die einseitige mediale Berichterstattung im Westen, die China Militarisierung vorwerfe, aber US-Aufrüstung in der Region ignoriert.

Am Mittwoch kritisierte die chinesische Regierung die Berichterstattung von internationalen Medien über die Aufrüstung im Südchinesischen Meer. Demnach verschweigen Journalisten bei ihren Berichten, dass „andere Beteiligte“ in der Region Radaranlagen und Waffen stationieren.

Aktivisten protestieren am Dienstag vor der Botschaft der USA in Manila gegen das Abkommen für neue Militärstützpunkte, das

Stattdessen würden die Medienberichte einseitig China angreifen, wenn das Land ebenfalls Kampfflugzeuge und Radarstationen an der strategischen Wasserstraße installiert. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, betonte, dass von chinesischer Seite aus keinerlei völkerrechtliche Unklarheiten bezüglich des Status der Paracels-Inseln bestehen. Insofern kann die Volksrepublik auf ihrem Gebiet stationieren, was auch immer sie für richtig halte.

„Ich würde den Medienvertretern vorschlagen, dass sie in ihren Berichten nicht einseitig Dinge aufblasen oder andere Sachverhalte ignorieren“, richtete sich Hua Chunying direkt an die auf der Pressekonferenz anwesenden Journalisten.

„Wenn Sie darauf achten, was China in die Region entsendet, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auch darauf, was andere Länder im Laufe der Jahre dort an Radaranlagen und fortschrittlichen Waffen stationiert haben, auf chinesischen Inseln, die sie besetzt halten. Ich hoffe, die Freunde in den Medien können ihre Berichte objektiv, rational und ruhig verfassen.“

Ein Soldat läuft vor einem Raketenwerfer auf einer Fregatte der Perry-Klasse in Penghu, dem Westen von  Taiwan, September 2011

Die Volksrepublik China steht auf dem Standpunkt, dass der größte Teil des Südchinesischen Meers zu ihrem Hoheitsgebiet gehört. Jährlich passieren die Region Güter des Welthandels im Wert von fünf Billionen US-Dollar. Die US-Verbündeten Vietnam, Malaysia, Brunei, die Philippinen und Taiwan erheben ebenfalls Ansprüche auf Teile des strategischen Handelsweges.

Die Ermahnung des chinesischen Außenministeriums an die Medienvertreter fällt zusammen mit dem Besuch des chinesischen Außenministers Wang Yi in den USA. Am Vortag hatte der US-Admiral Harry Harris, Chef der US-Truppen im Pazifik, behauptet, dass China das Südchinesische Meer „deutlich militarisieren“ würde.

Der Militär erklärte, mit der Stationierung von Boden-Luft-Raketen auf Woody Island und Radaranlagen auf dem Cuarteron-Riff an den Spratly-Inseln hätte China „die operative Landschaft im Südchinesischen Meer“ verändert.

In einem Kommentar sprach die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua gestern von einem „Hype“ um Chinas „sogenannte Militarisierung“, bei dem nicht erwähnt werde, dass China seit vielen Jahren Verteidigungstechnik in der Region unterhält.

„Damit das Südchinesische Meer ein ruhiges Gewässer bleibt, sollte Washington zuerst mal seine hässliche Praxis unterlassen, China anzuschwärzen, und selbst jede Bewegung vermeiden, die Spannungen in der Region verursachen.“