Japan will Ausgaben für US-Militärbasen massiv reduzieren - Washington not amused

Japan will Ausgaben für US-Militärbasen massiv reduzieren - Washington not amused
Japan befindet sich auf Kollisionskurs mit den USA, nachdem bekannt wurde, dass Tokio das Budget, mit dem es für den Unterhalt der US-Militärbasen im eigenen Land aufkommen muss, kürzen möchte. Washington missfällt dieser Schritt, da es dadurch gezwungen ist Millionen an US-Dollar aus dem Verteidigungshaushalt zusätzlich freizugeben, um die Basen eigenständig zu finanzieren.

Tokio möchte seine Ausgaben für den Unterhalt der US-Militärbasen in seinem Land reduzieren, um mit diesem Geld die eigenen Verteidigungskräfte ausbauen zu können, so berichten „informierte Quellen“ der Japan Times. Der ältesten englisch-sprachigen Zeitung Japans zufolge möchte das Land die "nationalen Verteidigungskräfte" auf einer entlegenen Inselgruppe im Südwesten erhöhen.

 

Die Regierung hatte dafür 191,2 Milliarden Yen (zirka 1,4 Milliarden Euro) in ihrem Budget für 2015 bereitgestellt, möchte diese Summer im kommenden Jahr jedoch reduzieren. Ein gemeinsamer Pakt zwischen Japan und den USA erlaubt es Tokio, die Ausgaben für den Unterhalt der Basen alle fünf Jahre zu überprüfen. Die derzeitige Vereinbarung läuft im März 2016 aus.

 

„Wir werden alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um den Bau einer Basis in Henoko zu blockieren, dies ist der erste Schritt,“ so Onaga, eine langjähriger Kritiker der US-Militärbasen bei einer Pressekonferenz am 14. September.

 

Japan möchte die derzeitige US-Marine- und Fliegerkorps-Basis Futenma in der Stadt Ginowan schließen und eine neue in Henoko, im Zentrum der südlichsten Japanischen Insel eröffnen. Dafür wurde 2013 vom damaligen Gouverneur Hirokazu Nakaima schon grünes Licht gegeben. 2014 gewann Onaga die Wahlen mit dem Versprechen, den Plan zu stoppen.

Seit Jahren gibt es Spannungen zwischen den Anwohnern und den stationierten US-Soldaten. Diese begannen spätestens mit einen Fall im Jahr 1995, als drei US-Marines ein 12-jähriges Mädchen entführten und vergewaltigten. Weniger publik gemachte Fälle von Kindesmissbrauch, wie in 2001 und 2005 und ein tödlicher Unfall 1998, als eine Studentin von einem betrunkenen Marine-Soldaten überfahren wurde, schürten die Abneigungen weiter.

In Okinawa leben circa ein Prozent der japanischen Bevölkerung und die Hälfte der 47.000 US-Soldaten die in Japan stationiert sind.