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Differenzen, nicht Streitigkeiten: Indien und China einigen sich auf Deeskalationsplan

Differenzen, nicht Streitigkeiten: Indien und China einigen sich auf Deeskalationsplan
Die Außenminister Indiens Subrahmanyam Jaishankar, Russlands Sergei Lawrow, und Chinas Wang Yi bei einem Treffen in Moskau am 10.09.2020
Neu-Delhi und Peking haben sich darauf geeinigt, die Spannungen abzubauen, die sich entlang der umstrittenen chinesisch-indischen Grenze aufgebaut und zu Scharmützeln geführt hatten. Bei einem Treffen in Moskau kündigten sie einen Fünf-Punkte-Deeskalationsplan an.

Seit Mai spitzen sich entlang der sogenannten "Line of Actual Control" (LAC) im Osten Ladakhs an der chinesisch-indischen Himalaja-Grenze die Spannungen zu und führten bereits wiederholt zu Zusammenstößen zwischen indischen und chinesischen Truppen, die in der dünn besiedelten Bergregion stationiert sind. Die Feindseligkeiten schürten die Furcht, einen ausgewachsenen bewaffneten Konflikt mit häufigen und manchmal tödlichen Grenzkonflikten auszulösen. Nun sollen sich beide Seiten bei einem Treffen in Moskau auf einen Deeskalationsplan geeinigt haben.

Soldaten der indischen Grenzsicherheitstruppe an einem Kontrollpunkt entlang einer Autobahn nach Ladakh

Der Plan – der von Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar und seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi am Rande eines Treffens der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) am Donnerstag in Moskau vereinbart wurde – sieht vor, dass die Truppen auf beiden Seiten der Grenze "sich schnell zurückziehen, den richtigen Abstand wahren und die Spannungen abbauen".

Laut einer gemeinsamen Erklärung sollen sich sowohl Neu-Delhi als auch Peking verpflichtet haben, alle bestehenden Vereinbarungen einzuhalten, Frieden und Ruhe zu wahren und keine Handlungen zuzulassen, die zu einer Eskalation in der Region führen könnten.

Die Verringerung der Feindseligkeiten zwischen den beiden Ländern werde auf der "Reihe von Konsens" zwischen dem indischen Premierminister Narendra Modi und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping beruhen, "einschließlich des Verbots, Differenzen zu Streitigkeiten werden zu lassen", heißt es in der Erklärung. Die gegenwärtige Situation in den Grenzgebieten liege nicht im Interesse der beiden Seiten.

(Symbolbild)

Im Bestreben, künftige Grenzkonflikte zu vermeiden, kamen die Minister überein, den Kontakt durch speziell entworfene Kommunikationsmechanismen aufrechtzuerhalten und die Arbeit an neuen "vertrauensbildenden Maßnahmen" zu beschleunigen, um sicherzustellen, dass der langjährige Grenzkonflikt nicht in einen regelrechten Krieg ausartet.

Das anscheinende Tauwetter in den chinesisch-indischen Beziehungen ereignet sich nach dem schlimmsten Aufflackern von Grenzstreitigkeiten zwischen den beiden Nachbarstaaten seit vier Jahrzehnten. Mitte Juni führte ein ernster Kampf zwischen den Grenztruppen beider Staaten im Galwan-Tal zu 20 Toten unter den indischen Soldaten. Seitdem gab es mehrere weitere, kleinere Auseinandersetzungen, die die Kluft zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Nationen der Welt vertieften. Der jüngste Vorfall ereignete sich am Montag südlich des Pangong-Tso-Sees, wobei beide Länder jeweils die Gegenseite beschuldigten.

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