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Todesurteil via Zoom: Gericht in Singapur übt während Corona-Krise Justiz per Videoanruf

Todesurteil via Zoom: Gericht in Singapur übt während Corona-Krise Justiz per Videoanruf
Todesurteil via Zoom: Gericht in Singapur übt während Corona-Krise Justiz per Videoanruf (Symbolbild)
Infolge der Corona-Pandemie arbeitet die Justiz von Singapur im Sondermodus. Seit Anfang April bis zum 1. Juni werden alle Gerichtssitzungen vertagt, es sei denn, es geht um einen unaufschiebbaren Fall. Dann darf sogar ein Todesurteil per Zoom-Anruf gefällt werden.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes hat ein Gericht in Singapur einen Angeklagten per Videoanruf zur Todesstrafe durch den Strang verurteilt. Der aus Malaysia stammende Angeklagte wurde am 15. Mai schuldig gesprochen, im Jahr 2011 an einem Drogengeschäft beteiligt gewesen zu sein. Bei der Zoom-Konferenz am vergangenen Freitag handelte es sich um keine Gerichtsanhörung. Dem 37-Jährigen wurde lediglich das Urteil verlesen.

Symbolbild

Ein Sprecher des Obersten Gerichts von Singapur teilte auf Anfrage mit, dass man die Gerichtssitzung per Videokonferenz organisiert habe, um allen Teilnehmern des Prozesses die Sicherheit zu garantieren. Es sei das erste Mal, dass ein Gericht in Singapur ein Todesurteil via Zoom gefällt habe.

Der Anwalt des Angeklagten erklärte, sein Mandant erwäge, in die Berufung zu gehen. Während einige Menschenrechtler das Fernurteil scharf kritisierten, fand der Verteidiger des 37-Jährigen das Verfahren an sich vollkommen rechtens. Er habe keine Einwände gegen die Urteilsverkündung, da der Richterspruch klar zu hören gewesen sei. Man habe keine weiteren Beweise im Verfahren vorgelegt.

Die Behörden von Singapur gehen gegen Drogendelikte mit null Toleranz vor. In den vergangenen Jahrzehnten hat der asiatische Inselstaat Menschenrechtlern zufolge Hunderte Menschen, unter ihnen Dutzende Ausländer, wegen Drogenvergehen zur Todesstrafe durch den Strang verurteilt.

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