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Südkorea: Homophobie verhindert Eindämmung neuer Corona-Cluster aus Nachtclubs

Südkorea: Homophobie verhindert Eindämmung neuer Corona-Cluster aus Nachtclubs
Einsatzkräfte versprühen Desinfektionsmittel vor einem Nachtclub in Seoul. (12. Mai 2020)
In Südkorea treten neue Coronavirus-Cluster auf. Diese sollen unter anderem aus Nachtclubs und Homosexuellentreffs stammen. Die Homophobie im Land erschwert den Kampf gegen die Ausbreitung. Viele Homosexuelle lassen sich aus Angst vor Diskriminierung nicht testen.

Anstatt die Bewegungen und Geschäftstätigkeiten der Bevölkerung im Rahmen von Pandemie-Maßnahmen streng einzuschränken, verlässt sich Südkorea auf sein Programm "Melden und testen lassen". Dieses identifiziert und isoliert Infizierte, bevor sie den Erreger auf andere übertragen können. Die Strategie beruht auf der Bereitschaft der Menschen, sich nicht nur testen zu lassen, sondern auch persönliche Informationen freiwillig zur Verfügung zu stellen. Monatelang funktionierte dies. Von Ende April bis vor dem jüngsten Ausbruch sank die Zahl der täglichen Neuinfektionen teilweise bis auf null.

Die Maßnahme, die dem Land half, die Pandemie einzudämmen, ist nun auf ein unerwartetes Hindernis gestoßen: Homophobie.

Aufgrund eines erneuten Coronavirus-Clusters im Zusammenhang mit Klubs, die unter anderem auch von homosexuellen Kunden frequentiert werden, versuchten die Gesundheitsbehörden, mehr als 5.500 Menschen aufzuspüren, die diese Bars zwischen dem 24. April und dem 6. Mai besucht haben.

Südkorea meldet stärksten Anstieg von Corona-Fällen seit vier Wochen (Symbolbild)

Nachdem die südkoreanische Regierung in ihren Push-Nachrichten die Namen der Bars bekannt gab, die ein Coronavirus-positiver Patient besucht hatte, sammelten sich auf der Facebook-Seite des in Seoul ansässigen King Clubs homosexuellenfeindliche Kommentare. Mehr als die Hälfte der Betroffenen konnte nicht ausfindig gemacht werden, wahrscheinlich weil sie sich mit einem sozialen Stigma und dessen Folgen konfrontiert sehen.

Kwak Hye-weon, Professor an der Daekyeung Universität, Mitautor einer Studie aus dem Jahr 2019 über die Auswirkungen von Homophobie auf das Gesundheitssystem des Landes, sagte hierzu:

Es gibt ein beträchtliches Maß an Diskriminierung und Feindseligkeit gegen Homosexualität. Dadurch bleiben potenzielle Opfer der Infektion eher im Dunkeln als sich freiwillig testen zu lassen.

Die jüngste Ausbreitung stellt für Südkorea den bisher größten Rückschlag im Kampf gegen die Pandemie dar. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die mit den Clubs verbundenen Infektionen bereits weit verbreitet haben. Von den 101 bisher bestätigten Infizierten leben 64 in Seoul, andere in nahe gelegenen Städten. Yoon Tae-ho, Generaldirektor für öffentliche Gesundheitspolitik am Gesundheitsministerium, sagte bei einer Pressekonferenz am Dienstag:

Südkoreas Quarantänesystem steht nach der Gruppeninfektion durch die Itaewon-Clubs nun vor einer Herausforderung.

Homosexuelle haben in Südkorea nur wenig rechtlichen Schutz. Laut einer Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2017 sind 58 Prozent der Südkoreaner gegen eine gleichgeschlechtliche Ehe. Ebenso der Präsident des Landes, der seine ablehnende Haltung zu einem Teil seiner Kampagne machte.

Vertreter der Gesundheitsbehörden reagierten auf die Situation und versprachen nun, dass sie "nicht zu viele persönliche Informationen anfordern oder preisgeben werden". Die Betroffenen "müssen den Club, den sie besucht haben, nicht angeben", sagte Yoon vom Gesundheitsministerium. Er fügte hinzu:

Sagen Sie uns einfach, dass Sie sich im selben Bezirk befinden und kostenlos getestet werden möchten. Ein Tag des Zögerns würde die gesamte Gemeinde einen ganzen Monat kosten, bevor Sie zum normalen Alltag zurückkehren kann.

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