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Mann im Nordosten Afghanistans enthauptet eigene Schwester

Mann im Nordosten Afghanistans enthauptet eigene Schwester
Symbolbild
Im Nordosten Afghanistans hat ein Mann seine eigene Schwester enthauptet. Die junge Frau habe am Wochenende in einer Polizeiwache Schutz gesucht, nachdem sie mit ihrem Freund von zuhause geflohen sei, sagte ein Polizeisprecher in der Provinz Badachschan.

Das junge Paar wollte heiraten, hätte sich aber vor der Reaktion der Familie gefürchtet. Der junge Mann stamme aus einer ärmeren Familie und hätte keine Chance auf einen Heiratsantrag gesehen.

Ein Afghane mit Gesichtsmaske geht in Kabul an einer Wand vorbei, die mit einem Graffiti von Zalmay Khalilzad, dem US-Beauftragten für den Frieden in Afghanistan, und Mullah Abdul Ghani Baradar, dem Leiter der Taliban-Delegation, bemalt ist.

Ihr Bruder habe sie dann zwei Tage später von der Wache abgeholt und laut Polizei versichert, dass ihr nichts zustoßen würde. In der Nacht auf Dienstag tötete er sie jedoch und floh in ein Gebiet der militant-islamistischen Taliban. Die Provinzregierung machte der Polizei schwere Vorwürfe und kündigte an, den Fall zu untersuchen, wie der Chef des Provinzrats, Abdullah Nadschi Nasari, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Freund stehe unter Polizeischutz, da er von der Familie der jungen Frau bedroht werde.

"Sie lief weg, um den Mann zu heiraten, den sie liebte", schrieb die Frauenrechtlerin Fausia Kufi am Montag auf Twitter. Weglaufen allein sei kein Verbrechen.

In traditionellen Gegenden stehen laut Menschenrechtlern viele Frauen immer noch unter strenger Kontrolle der Familie. Wenn junge und unverheiratete Paare ohne Erlaubnis die Familie verlassen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen, gilt dies oft als "moralisches Vergehen". Laut einem Bericht der UN-Frauenkonvention im März werden in Afghanistan immer noch Frauen mit dem angeblichen Ziel, die Familienehre wieder herzustellen, getötet. Oft werde nicht über diese Morde berichtet. Die Täter blieben oft straffrei.

(dpa/rt)

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