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Geleaktes Geheimdokument: Brasilien sieht Frankreich als größte militärische Bedrohung

Geleaktes Geheimdokument: Brasilien sieht Frankreich als größte militärische Bedrohung
(Archivbild): Emmanuel Macron (l.) und Jair Bolsonaro während des G20-Gipfels in Osaka, Japan, am 27. Juni 2019.
Es klingt surreal, hat aber einen ernsten Hintergrund: Ein Geheimbericht des brasilianischen Militärs sieht offenbar ausgerechnet in Frankreich die größte Herausforderung in den nächsten 20 Jahren. Schuld ist der Streit zwischen Macron und Bolsonaro zum Thema Amazonas.

Laut dem Dokument könnte Frankreich 2035 in den Amazonas einmarschieren und sich so zur größten militärischen Bedrohung Brasiliens entpuppen. Das 45-seitige Dokument mit dem Titel "Verteidigungsszenarien 2040" basiert auf Interviews mit 500 hochrangigen Armeeoffizieren, die in Einzelinterviews ihre größten Bedenken und Vorhersagen auflisteten. Es wurde am Freitag durch die Tageszeitung Folha de São Paulo veröffentlicht. Laut der Zeitung wurden die Einzelinterviews während der Treffen in der Kriegsoberschule des Verteidigungsministeriums geführt, die dann zu einer 20 Jahre langen außenpolitischen Strategie zusammengestellt wurden, die mögliche Fallszenarien skizziert.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (l.) soll

Hintergrund des fiktiven Konfliktszenarios mit Frankreich ist der Streit zwischen Emmanuel Macron und dessen brasilianischen Amtskollegen Jair Bolsonaro aus dem August letzten Jahres. Im Zuge der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet hatte Macron unter anderem vorgeschlagen, die Region zu einem durch die UNO verwalteten Gebiet umzuwandeln. Daraufhin warf ihm Bolsonaro eine "kolonialistische Mentalität" vor. Zwar versprach Bolsonaro im Anschluss, sich stärker um den Amazonas zu kümmern, doch am vergangenen Mittwoch enthüllte der Klimaskeptiker einen weitreichenden Plan für den Amazonasregenwald, der weiteres indigenes Land für Bergbau, Landwirtschaft und Wasserkraftprojekte öffnen soll.

Brasilien und Frankreich teilen sich am Amazonas eine 730 Kilometer lange Grenze. Das französische Überseedepartement Französisch-Guyana liegt an der Nordostküste Südamerikas und ist hauptsächlich von tropischem Regenwald bedeckt. Laut dem geleakten militärischen Geheimbericht soll der "französische Angriff" aus genau dieser Region erfolgen. Die französische Botschaft in Brasilien reagierte eher amüsiert auf die Enthüllungen und lobte scherzhaft die "grenzenlose Phantasie" der Autoren.

Tatsächlich ist ein Konfliktszenario am Amazonas schon aus anderen Gründen unwahrscheinlich: Frankreich ist einer der wichtigsten militärischen Partner Brasiliens. Beide Armeen haben "seit Jahrzehnten eine enge und freundschaftliche Beziehung und führen täglich gemeinsame Operationen durch", schreibt die französische Botschaft als Reaktion. Frankreich und Brasilien haben auch wichtige Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, darunter den Bau von U-Booten und Hubschraubern, und tauschen jedes Jahr über sieben Milliarden Euro an Gütern aus.

Tatsächlich ist eine Konfrontation mit Frankreich nicht das einzige spektakuläre Szenario, das der Plan bereithält. So wird auch ein organisierter Coronavirus-Angriff auf das Musikfestival Rock in Rio 2039 durch "südostasiatische Ultranationalisten" erwähnt. Außerdem spricht das Dokument von einer zukünftigen chinesischen Militärbasis in Argentinien, einen offenen Konflikt mit Venezuela und erwähnt die Gefahr eines "terroristischen Angriffs durch eine Umweltgruppe".

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