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"Guaidó erhielt von Wählern den Vorzug" – Wie CNN Fake News zu Venezuela verbreitet

"Guaidó erhielt von Wählern den Vorzug" – Wie CNN Fake News zu Venezuela verbreitet
Von niemandem (zum Präsidenten) gewählt: Juan Guaidó am Freitag in Caracas
Der selbst ernannte venezolanische "Übergangspräsident" Juan Guaidó habe von den Wählern im Januar den Vorzug vor Nicolás Maduro erhalten. Das berichtete CNN am Sonntag. Damit verbreitete der Sender eine glatte Falschinformation, anders gesagt: Fake News.

Der US-amerikanische Nachrichtensender CNN hat auf seinem Onlineauftritt am Sonntag Fake News zu Venezuela verbreitet.

In einer Meldung, in der über den Absturz eines venezolanischen Militärhubschraubers am Samstag berichtet wurde, verstieg sich CNN zu der Aussage, dass Präsident Nicolás Maduro zunehmend unter Druck gerate, zurückzutreten, seit die Wähler Oppositionsführer Juan Guaidó bei Wahlen im Januar ihm gegenüber den Vorzug gegeben hätten. 

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"Guaidó erhielt von Wählern den Vorzug" – Wie CNN Fake News zu Venezuela verbreitet

Diese Aussage ist falsch. Es gab im Januar 2019 keine Wahlen. Die letzten Präsidentschaftswahlen vom Mai 2018, die von Teilen der Opposition boykottiert wurden, gewann Maduro mit knapp 68 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung von 46 Prozent war für venezolanische Verhältnisse niedrig, aber nicht niedriger als bei entsprechenden Wahlen in den USA oder in Frankreich.

Nach der erneuten Amtseinführung Maduros im Januar 2019 erklärte sich Guaidó, Präsident der vom Obersten Gerichtshof des Landes entmachteten Nationalversammlung, selbst zum "Übergangspräsidenten" und wurde als solcher von 54 Regierungen anerkannt. Die Regierung wertete dieses Vorgehen als Staatsstreich.

Von einer Wahl Guaidós zum Präsidenten durch die Wähler zu sprechen, entbehrt als jeder faktischen Grundlage. In den sozialen Netzwerken blieb die Fehlleistung von CNN nicht lange unbemerkt.

Der CNN-Artikel, an dessen Entstehung insgesamt sechs Journalisten beteiligt waren, erweckte fälschlicherweise den Eindruck, dass die venezolanischen Wähler über den "Übergangspräsidenten" Guaidó abstimmen konnten und ihm ihre Zustimmung gegeben hätten. CNN schreibt Guaidó damit eine Legitimation zu, die dieser nicht besitzt. Mit diesem peinlichen Fehler verdeutlicht der Sender, dass er in dem venezolanischen Konflikt nicht als Medium agiert, sondern als Partei im Informationskrieg.

Am Montagnachmittag deutscher Zeit korrigierte CNN die Falschaussage in dem Artikel.

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