Drogennetzwerk vermutet: US-Soldat wegen Kokainschmuggels aus Kolumbien verhaftet

Drogennetzwerk vermutet: US-Soldat wegen Kokainschmuggels aus Kolumbien verhaftet
Kolumbianische Marinesoldaten bewachen beschlagnahmtes Kokain
Nach aktuellen Informationen wurde ein Soldat einer US-Spezialeinheit verhaftet, nachdem er versucht hat, 90 Pfund Kokain von Kolumbien nach Florida zu schmuggeln. Der Inhaftierte könnte demnach Teil eines Drogen-netzwerks gewesen sein.

Demnach wurde Stabsfeldwebel Daniel Gould am 13. August in Florida im Zusammenhang mit dem Versuch, 90 Pfund Kokain in einem Militärflugzeug in die USA zu schmuggeln, verhaftet. Der Verkaufswert der illegalen Drogen hätte mehrere Millionen US-Dollar betragen.

Gould war Mitglied der 7. Special Forces Group auf der Eglin Air Force Base im Nordwesten Floridas. Im Verantwortungsbereich der Spezialeinheit liegen sowohl Lateinamerika südlich von Mexiko als auch die Gewässer um Mittel- und Südamerika. Eine der Hauptaufgaben der Gruppe: Die Drogenbekämpfung.

Allein seit Beginn des Jahres sollen 132 Angehörige der Armee und 927 Polizisten von ihren Posten entlassen worden.

Die Verhaftung des hoch dekorierten Afghanistan-Veterans erfolgte, nachdem Agenten der US Drug Enforcement Administration (DEA) mehr als 90 Pfund Kokain in zwei Rucksäcken an Bord eines Militärflugzeugs gefunden hatten. Der Fund sei für den Verkauf in Florida vorgesehen gewesen. Seitens des US-Militärs heißt es, dass ein DEA-Beamter die Drogen gefunden und die Behörden alarmiert habe, als das Flugzeug noch in Kolumbien war.

Gould verbrachte in der Woche vor seiner Verhaftung einige Urlaubstage in der Stadt Cali im Südwesten Kolumbiens und hielt sich bereits in den USA auf, als die Drogen entdeckt wurden. Eine weitere Person habe die zwei Drogenrucksäcke ins Flugzeug geschafft, wobei jedoch unklar ist, in welcher Verbindung diese zu Gould gestanden hat.

Nach aktuellem Kenntnisstand konzentrieren sich die laufenden Ermittlungen darauf, die Hintergründe des Aufenthalts Goulds in Kolumbien zu untersuchen. Zudem muss festgestellt werden, ob weitere Personen in den Fall verwickelt gewesen sind und ob es sich um ein Netzwerk innerhalb des US-Militärpersonals handelt.

Nach einem Bericht der kolumbianischen Zeitung El Tiempovom 26. August wollen sich die Ermittler der DEA in Kolumbien herauszufinden, wer Gould geholfen hat, das Kokain zu beschaffen und zu transportieren, und ob das Militärpersonal, durch das die Drogen in das Flugzeug gelangt sind, gewusst hat, was vor sich ging.

Gould plante angeblich, Kolumbien am 12. August mit einem Linienflug über Miami Richtung Fort Walton Beach zu verlassen, das nur wenige Autominuten von der Eglin Air Force Base entfernt liegt.

Doch laut El Tiempo änderte er seine Pläne abrupt, um nach Pensacola, etwa eine Autostunde von seinem ursprünglichen Ziel entfernt, zu reisen. Dies könnte darauf hindeuten, dass er darüber informiert war, dass die Drogen entdeckt wurden.

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Die Ermittler in Kolumbien versuchen nun, ebenfalls der Frage nachzugehen, ob Gould in Verbindung zu einem Netzwerk stand, das nach der Verhaftung von Lemar Burton aufgeflogen ist. Der US-Marinesoldat war im Oktober 2011 mit elf Pfund Kokain im Gepäck an Bord eines Fluges von Kolumbien nach Europa erwischt worden.

Burton war zu dieser Zeit auf der "Sigonella Naval Air"-Station in Sizilien stationiert. Nach seiner Verhaftung erklärte die US-Botschaft in Bogota, dass auch er sich aus Urlaubsgründen in Kolumbien aufgehalten habe. Im Zuge seiner Verhaftung wurde ein internationaler Schmugglerring aufgedeckt, der von den Flughäfen in Cali und Bogota aus operierte und Drogen nach Europa schmuggelte.

Der Drogenring stützte sich auf Kuriere, um Drogen etwa in Koffern mit doppeltem Boden zu transportieren. In den Monaten nach Burtons Inhaftierung kam es zu weiteren Verhaftungen in den USA und Kolumbien. Demnach waren mehrere US-Bürger an den illegalen Aktivitäten beteiligt.

Die Drogen, die Burton und Gould zu transportieren versuchten, stammten demzufolge aus Buenaventura und Tumaco, zwei der wichtigsten rauschgift-produzierenden Regionen an der kolumbianischen Pazifikküste. Beide Regionen sind Teil des Gebiets, in dem wiederum Goulds Einheit im "Krieg gegen die Drogen" aktiv war, so El Tiempo.

Eine Quelle teilte El Tiempo mit, dass die kolumbianischen Behörden keine Informationen über die Untersuchung erhalten hätten und dass das betreffende Militärflugzeug nicht von einer kolumbianischen Basis aus gestartet sei. Eine militärische Quelle habe gegenüber der Zeitung erklärt, dass unklar ist, welches US-Flugzeug in Kolumbien beteiligt gewesen sei.

Minuteman-II-Raketentest, Vandenburg Air Force Base, USA, 24. Juni 1997.

Ein DEA-Sprecher erklärte, dass sich die Agentur nicht zu den laufenden Ermittlungen äußere. Eine Sprecherin des US-Staatsanwalts für den nördlichen Bezirk von Florida sagte, das Büro habe keine öffentlichen Informationen über den Fall anzubieten.

Ein Sprecher des U.S. Army Special Operations Command wiederum, der die 7. Special Operations Group beaufsichtigt, sagte, dass gegen einen Angehörigen der Streitkräfte ermittelt werde und dass die DEA die Untersuchung leite. Die Behörde weigere sich jedoch, die Ermittlungen zu kommentieren.

Zum aktuellen Zeitpunkt sei ungewiss, welche Rolle Gould bei den Schmuggleraktivitäten zukommt. Die Beteiligung von US-Militärangehörigen am Drogenschmuggel, insbesondere in Kolumbien, sei laut Business Insider jedoch keineswegs ein unbekanntes Phänomen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Soldaten den Drogenhandel nutzen, um viel Geld zu verdienen. Sie haben Zugang zu diesen fremden Ländern. Sie haben Kontakte, und oft schmuggeln sie die Drogen in Militärflugzeugen", erklärte Mike Vigil, ehemaliger Leiter der DEA-Abteilung für internationale Operationen.

Dabei verwies er auf Fälle aus den 1970er Jahren, in denen Mitglieder der US-Streitkräfte Heroin aus Südostasien in die USA schmuggelten – oft in ihrem persönlichen Gepäck.

Gould könnte demnach für seine kriminellen Aktivitäten Kontakte zu Gruppierungen oder Mitgliedern des Cali- und Valle-de-Cauca-Kartells genutzt haben.

Die "sehr schlampige" Vorgehensweise könnte darauf hindeuten, dass die Beteiligten "gerade erst ins Geschäft eingestiegen" sind, ergänzte Vigil.

Jeder, der etwas von Drogenhandel versteht, hätte eine andere Transportmethode benutzt oder seine Spuren besser verwischt", zeigte sich der DEA-Veteran überzeugt.

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