Nach langer Ungewissheit - Kolumbien exhumiert Überreste von 9.000 Opfern paramilitärischer Gewalt

Nach langer Ungewissheit - Kolumbien exhumiert Überreste von 9.000 Opfern paramilitärischer Gewalt
Nach dem historischen Friedenschluss zwischen Kolumbien und den FARC sucht eine speziell eingerichtete Einheit nach Opfern paramilitärischer Gewalt. Die ehemaligen Gewalttäter beteiligen sich dabei selbst an der Suche. Alle Opfer werden jedoch kaum gefunden.

In Kolumbien wurden die Leichen von 9.000 Opfern exhumiert, die von den gefürchteten  paramilitärischen Gruppen der Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) während des Bürgerkrieges im Land getötet wurden, sagten Justizbeamte.

Die AUC gründeten sich 1997 und waren ein Dachverband rechtsgerichteter paramilitärischer Gruppen, die teilweise seit den 60er-Jahren am Konflikt zwischen kolumbianischem Staat und der nach eigenen Aussagen marxistischen Guerillabewegung FARC beteiligt waren. Zwischen 2003 und 2006 lösten sich die AUC auf.

Kolumbianisches Militär marschiert an der Grenze zu Venezuela auf. (Symbolbild)

Im Rahmen des Gesetzes "Gerechtigkeit und Frieden" von 2005 konnten die ca. 32.000 Mitglieder der AUC auf verkürzte Haftstrafen hoffen, wenn sie im Gegenzug ein Geständnis ablegten.

Ehemalige Mitglieder der AUC halfen bei der Suche nach den Massengräber, in welchen sich die Überreste ihrer Opfer befanden.

Von den 9.000 gefundenen Opfern konnten 4.296 den Familienmitgliedern in neun kolumbianischen Provinzen übergeben werden.

2016 erreichte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos einen historischen Friedenschluss mit den FARC. Seitdem sucht eine eigens eingerichtete Einheit nach vermissten Opfern des Konflikts. Offizielle Stellen sprechen von 83.000 Menschen.

Der fast 50 Jahre andauernde Konflikt forderte etwa 260.000 Opfer und machte sieben Millionen Menschen obdachlos.