Venezuela droht Zahlungsunfähigkeit - EU wird dennoch am Montag über Sanktionen entscheiden

Venezuela droht Zahlungsunfähigkeit - EU wird dennoch am Montag über Sanktionen entscheiden
Caracas, Venezuela, 30. November 2016.
Am Freitag hätte Venezuela 81 Millionen US-Dollar an Schulden bei Washington begleichen müssen, zu Beginn der Woche steigt diese Summe auf 200 Milliarden US-Dollar. Zuletzt wurde auch der staatliche Ölkonzern Venezuelas sanktioniert. Die EU will am Montag darüber entscheiden, ob sie Sanktionen erlässt.

Im August erließen die USA weitere Sanktionen gegen Venezuela. Diese verschärfen die wirtschaftliche Lage des Landes und das Leid der Bevölkerung. Washington begründete seine Sanktionsentscheidung mit der verfassungsgebenden Versammlung von Präsident Maduro. Sie werfen Maduro vor, seine Macht ausbauen zu wollen. 

Die Gesamtschulden Venezuelas sollen inzwischen 155 Milliarden US-Dollar betragen. Maduro will die leidende Bevölkerung durch eine Umschuldung entlasten und forderte eine Restrukturierung der Schulden seines Landes. Gegen die Hyperinflation führte Präsident Maduro einen 100.000 Bolivar-Schein ein. 

Rund 1,2 Milliarden US-Dollar hätte der staatliche Ölkonzern Venezuelas PDVSA zurückzahlen müssen. Aber nun wurde auch er zum Opfer von Sanktionsmaßnahmen aus Washington. Die EU wird am Montag entscheiden, ob sie dem amerikanischen Weg folgt und ebenfalls Strafmaßnahmen erlässt. 

Auf der anderen Seite gab Russland Venezuela für die Rückzahlung der Schulden von 2,8 Milliarden US-Dollar einen Zahlungsaufschub. Russland ist einer der wichtigsten Kreditgeber des südamerikanischen Landes. Laut Nicolas Maduro stammen fast drei Viertel der nationalen Anleihen aus den USA und Kanada. Da der Weg zum IWF für Venezuela durch die Sanktionspolitik und die Politik von Hugo Chavéz, der die Verbindungen zum IWF kappte, versperrt ist, hofft Venezuela auf neue Hilfen aus Russland und China. 

USA: Mit gesamtem Gewicht der US-Diplomatie und Wirtschaft gegen "Diktatur in Venezuela":