FIHAV 2017: Kuba lädt die Welt nach Havanna – Internationale Handelsmesse mit 3.400 Ausstellern

FIHAV 2017: Kuba lädt die Welt nach Havanna – Internationale Handelsmesse mit 3.400 Ausstellern
Der kubanische Minister für Außenhandel und Investitionen, Rodrigo Malmierca, spricht zur Eröffnung der Internationalen Handelsmesse FIHAV in Havanna, 30. Oktober 2017.
Die 35. Internationale Handelsmesse in Havanna und das zweite Investitionsforum Kuba finden zurzeit auf der Insel statt. Rund 60 Länder sind vertreten, auch Staaten der Europäische Union. Über zwei Milliarden an Investitionen sind bereits gesichert.

von Maria Müller

Vom 30. Oktober bis zum 4. November treffen sich 3.400 Aussteller aus über 70 Ländern in Havanna. Das Gelände der Expo-Kuba wird in diesen Tagen zum Ort des Austauschs zwischen kubanischen und internationalen Firmen. 

Delegationen aus 37 Staaten, jeweils aus den Bereichen Wirtschaft und Politik, nahmen an der Eröffnungsfeier teil. Besonders China, Russland, Venezuela, Japan, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Chile und Panamá sind auf der Expo stark vertreten. Aus der Europäischen Union zeigen Vertreter aus Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal und Spanien ihre Produkte und Geschäftsbereiche. 

Ein ausrangiertes Modell einer atomwaffenfähigen sowjetischen Mittelstreckenrakete vom Typ SS-4 ziert eine Ausstellung auf dem Gelände der Festung La Cabaña in Havanna.

Kuba ist seinerseits mit 300 Firmen und Staatsunternehmen vertreten, die bisherige Geschäftsbeziehungen festigen und neue Partner ausfindig machen wollen.

Die FIHAV hat ihre Position als nützliche Zusammenkunft von Handel und Investitionen gefestigt. Sie ist zu einer repräsentativen Handelsbörse geworden",

erklärte Rodrigo Malmierca, der kubanische Minister für Außenhandel und Investitionen. 

In diesen Tagen finden rund 250 bilaterale Treffen zwischen kubanischen und ausländischen Wirtschaftsdelegationen und Unternehmensvertretern statt. Seitens der Kubaner werden nur Betriebe teilnehmen, die konkrete Projekte in die Verhandlungen einbringen können.

Wir haben eine große Anzahl von ausländischen Investitionsprojekten in Höhe von zwei Milliarden Dollar genehmigt", informierte Malmierca. Es handele sich dabei vor allem um Investitionen in erneuerbare Energien, Tourismus, Bergbau und Bauwesen.

Dürre und Hurrikan haben Kuba 2017 schwer getroffen

Der Inselstaat hat zurzeit finanzielle Probleme. Vor dem internationalen Forum legte der Minister die schwierige Lage offen:

Kuba ist mit konjunkturbedingten finanziellen Einschränkungen konfrontiert. Dazu kommen die neuerlich verschärften Wirtschafts- und Finanzblockaden durch die USA.

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Zudem belasten Folgeschäden einer Dürreperiode in Millionenhöhe und die Folgen des Hurrikans Irma die kubanische Wirtschaft.

Wir haben unsere Auslandsschulden stets termingerecht beglichen. Doch kürzlich war uns das nicht möglich", gab Malmierca bekannt.

Gleichzeitig versicherte der Minister, dass seine Regierung ihre Pflichten erfüllen werde. Man wolle sich doppelt anstrengen, um das kubanische Wirtschaftsmodell weiterzuentwickeln.

Bei der Eröffnungsfeier nahmen neben Malmierca auch der kubanische Wirtschaftsminister Ricardo Cabrisa sowie Ulises Guilarte, der Generalsekretär der Gewerkschaftszentrale Kubas, teil. Des Weiteren waren María del Carmen Concepción, die Ministerin für die kubanische Nahrungsmittelindustrie und Orlando Hernández, der Präsident der Handelskammer, anwesend.

Investitionen vor allem in Industrie und Landwirtschaft willkommen

Im Rahmen des zweiten kubanischen Investitionsforums informierte Déborah Rivas, die Direktorin der Arbeitsgruppe für Investitionen im Außenhandelsministeriums, dass Kuba in diesem Jahr in Sachen Investitionsmöglichkeiten eine erweiterte Liste mit Vorschlägen anbietet. Über 450 unterschiedliche Vorhaben stehen in diesem Zusammenhang zur Verfügung, die alle strategischen Bereiche der Wirtschaft umfassen. Vor allem für die Industrie und Landwirtschaft werden Investitionen benötigt.

Kuba wirbt rund zwei Milliarden Dollar an Auslandsinvestitionen ein

Die neu geschaffene Wirtschaftszone Mariel sei besonders attraktiv für ausländische Investoren, wie sich in den letzten vier Jahren gezeigt habe. Dort konzentrierten sich mittlerweile die meisten Projekte.

Im Rahmen des Forums will die kubanische Regierung die bisherigen, mit ausländischen Investitionen geförderten Unternehmungen bekannt machen und neue Initiativen zur Diskussion stellen. Eine erweiterte Version der Webseite des Forums www.foro.feriahavana.com ermöglicht es Unternehmern außerdem, mit Vertretern aus den verschiedenen Bereichen der kubanischen Volkswirtschaft in Kontakt zu treten. Daraus können künftige Partnerschaften entstehen. Die Online-Plattform bietet auch Informationen über die Vorteile von Investitionen in Kuba, über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die politischen Leitlinien für internationale Investitionen.

US-Sanktionen bremsen Tempo der Wirtschaftsentwicklung

Im Rahmen der Generalversammlung der UNO hat Kuba in dieser Woche erneut darauf hingewiesen, dass die US-Wirtschaftsblockade der Insel einen immensen Schaden zufügt. Der Verlust für die kubanische Wirtschaft ist jährlich doppelt so hoch wie die Summe, die Kuba für seine Entwicklung pro Jahr benötigt. Diese wird auf 2 bis 2,5 Milliarden geschätzt.

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Laut einem Bericht des kubanischen Wirtschaftsinstituts hat die Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen Kuba in den vergangenen 55 Jahren Verluste im Wert von 822,28 Milliarden Dollar verursacht.